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Ein „Dreier-Team“ kümmert sich um den neuen Naturpark in den Ammergauer Alpen: (von links) Stefan Mitterer (Praktikant) und die beiden Koordinatoren Dr. Klaus Pukall und Nina Helmschrott.

Gemeinsam Visionen entwickeln

Hörnle ist ein Brennpunkt: Koordinatoren für den Naturpark stellen ihren Arbeitsplan vor

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Die Arbeit beginnt im neuen - und jüngsten - Naturpark Bayerns: Die beiden Koordinatoren sind voller Tatendrang. 

Oberammergau – In Deutschland, da muss es immer viel Papier sein. Was nicht schwarz auf weiß irgendwo geschrieben steht, hat offenbar keine Bedeutung. Satte 145 Seiten umfasst der Pflege- und Entwicklungsplan, der für die Anerkennung des Prädikats Naturpark in den Ammergauer Alpen bei der Regierung eingereicht werden musste. Am 31. August vergangenen Jahres schließlich stimmte das Bayerische Umweltministerium dem Antrag zu und kürte die Region zwischen Ettal und Bad Bayersoien zum 19. und damit jüngsten Naturpark im Freistaat.

Inzwischen ist bereits einiges passiert – die wichtigste Personalie. Der aus 13 Mitgliedern bestehende, neue Vorstand des Naturparkvereins – darunter alle Bürgermeister des Ammertals – bestimmte Dr. Klaus Pukall und Nina Helmschrott als Koordinatoren des Verbunds. Seit Anfang Mai sind sie in Amt und Würden, und jetzt stellten sie ihren „Arbeitsplan“ dem Vereinsvorstand vor. Auf vier Hauptsäulen sieht Pukall, der noch einen wissenschaftlichen Lehrauftrag an der TU München hat und auf 20-Stunden-Basis angestellt ist, den Naturpark in den Ammergauer Alpen aufgebaut: 1. Naturschutz und Landschaftspflege, 2. Erholung und Tourismus, 3. Bildung und Öffentlichkeitsarbeit sowie 4. Regionalentwicklung.

Plan: ein Freiwilligenteam starten

Der 47-Jährige, der in Freising wohnt und „mit der Familie gerne hierher ziehen möchte, wenn sich was Passendes findet“, sieht es als Vorteil an, dass Naturpark und Tourismusverband unter einem Dach angesiedelt sind: „So kann man gemeinsam Visionen entwickeln.“ Jährlich steht dem Naturpark übrigens ein Budget von 165 000 Euro zur Verfügung. Als notwendig sieht es Klaus Pukall an, für die Naturschönheiten im Tal, wie etwa das Pulver- und Weidmoos, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. „Wunderbar aufwerten“ könne man die Ammer und als Bademöglichkeit mehr ins Auge fassen – mit einem befestigten Zugang. Seine Kollegin Nina Helmschrott (28), die zuletzt im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen tätig war und aus Nördlingen stammt, möchte sich zunächst des Themas Umweltbildung annehmen: „Ich denke da vor allem an die Grundschulen von der 1. bis zur 4. Klasse, um hier schon die Kleinen für die heimische Landschaft zu sensibilisieren. Ich sehe die Naturparkschulen als zentrales Projekt.“ Übrigens ist Helmschrott im Ammertal schon ansässig geworden: Sie hat eine Dachgeschosswohnung in einem Neubau in Unterammergau bezogen.

Ein weiteres Anliegen ist den beiden Koordinatoren, ein „Freiwilligenteam“ zu starten. Dr. Pukall erklärt dies: „Mit Freiwilligen wollen wir bestimmte Arbeiten verrichten, zum Beispiel den Unterhalt des Weges unterhalb vom Zahn. Für 2019 haben wir mal acht Termine geplant.“ Als das aktuell brisantestes Thema sehen die beiden Naturpark-Manager das Hörnle, wo es in jüngerer Vergangenheit vor allem im Winter zu diversen Konflikten zwischen touristischer Freizeit- und Landnutzung gekommen ist – Skitourengeher kontra Grundeigentümer: „Wir wollen hier nicht etwas vorgeben, es geht nur über Gespräche. Aber zuerst müssen die Kohlgruber wissen, was sie wollen und wie das künftig am Hörnle laufen soll“, betont Klaus Pukall.

Übrigens, zum Jahresende setzt der jüngste Naturpark im Land bundesweit noch ein optisches Highlight: Im Deutschen Bundestag wird an Weihnachten ein Christbaum aus den Ammergauer Alpen aufgestellt.

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