Florian Streibl ist beim Thema Naturpark nicht zum Lachen zumute.

“Längst überfällig“

Naturpark: Streibl fordert Entscheidung von Umweltministerin Scharf

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Er macht Druck: Landtagsabgeordneter Florian Streibl kann nicht verstehen, warum Bayerns Umweltministerin die Entscheidung zum Naturpark hinauszögert. Nun hat er sich in einem Brief an Ulrike Scharf gewandt. 

Oberammergau – Fünf Jahre sind mittlerweile vergangen, als der frühere Geschäftsführer der Ammergauer Alpen, Christian Loth, mit seiner Idee an die Öffentlichkeit ging, in der Region einen Naturpark zu installieren. Seitdem gab es eine Vielzahl von Sitzungen, Treffen, Besprechungen – Ergebnis war ein 145-seitiger Pflege- und Entwicklungsplan, in dem alle Maßnahmen des Projekts aufgenommen. Zum Jahresende 2015 hoffte Loth auf eine Anerkennung der Region als Naturpark im darauffolgenden Frühjahr. Doch daraus wurde nichts. Inzwischen ist ein weiteres Jahr vergangen. Die überarbeitete Version des Pflegeplans hat die Regierung jüngst als „in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium“ bewertet.

Nun liegt der Ball beim Bayerischen Umweltministerium. Eine Entscheidung, so verkündete CSU-Landtagsabgeordneter Harald Kühn Mitte März, solle voraussichtlich in diesem Jahr fallen, derzeit müssten noch verschiedene Stellen gehört werden und abschließend in einem letzten Schritt der oberste Naturschutzbeirat sein Okay geben.

Einem dauert das Ganze viel zu lang – Kühns Kollegen Florian Streibl von den Freien Wählern. Der Oberammergauer greift in einer Pressemitteilung Umweltministerin Ulrike Scharf massiv an: „Ich kann nur den Kopf schütteln über diese blamable und unsägliche Hinhaltetaktik, mit der Frau Scharf die Naturpark-Initiatoren im Ammertal vor den Kopf stößt. Ihr fehlt offenbar der Mut, hier eine längst überfällige Entscheidung pro Naturpark zu fällen, weil sie sich im Dickicht der leidigen Nationalpark-Idee festgerannt hat.“

Tatsächlich glauben in den Ammergauer Alpen neben Streibl auch noch weitere politisch Verantwortliche, dass solange der Naturpark nicht genehmigt wird, bis entschieden ist, dass in den Landkreis kein Nationalpark kommt. Im Umkehrschluss würde dies bedeutet: Wird in der Region nach dem Vorbild des Berchtesgadener Landes ein Nationalpark geschaffen, sind alle Mühen für einen Naturpark Ammergauer Alpen umsonst gewesen. Soweit will hier (noch) keiner denken: Man vertraut darauf, dass ein dritter Nationalpark in der Rhön, im Spessart oder im Steigerwald entsteht.

Streibl fordert in dem Zusammenhang nun Umweltministerin Scharf auf, „unverzüglich das Okay für den Naturpark zu geben“. Obwohl die Verantwortlichen vor Ort die notwendigen Vorarbeiten für das Projekt geleistet hätten und die Regierung von Oberbayern inzwischen ihr Einverständnis mit dem Pflege- und Entwicklungsplan erklärt habe, bremse nun das CSU-geführte Umweltministerium den Start des Naturparks aus. Das weitere Hinauszögern der Entscheidung stoße in der Region, so verdeutlicht Florian Streibl, „auf völliges Unverständnis“.

In einem Brief an Scharf bittet der Oberammergauer um Beantwortung einer Reihe von Fragen, unter anderem, welche Stellen in der Sache noch angehört werden müssen und ob im Ministerium aktuell Eingaben vorliegen, die eine Ablehnung des Naturparks Ammergauer Alpen fordern, um einen Nationalpark Ammergebirge zu erreichen?

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