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Besondere Kooperation: Museumsleiterin Dr. Constanze Werner (l.) und Dr. Brigitte Salmen haben über Monate die Ausstellung vorbereitet.

Neue Ausstellung eröffnet

Schattenspiele im Oberammergau Museum 

Was passiert, wenn der Mensch künstlerisch auf seinen Umriss reduziert wird? Das ist derzeit im Oberammergau Museum zu sehen.

Oberammergau – Essen, Kleidung, Party: Heutzutage teilen Menschen ihr Leben in Bildern, die in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram gepostet werden. Und vor 300 Jahren? Da hat man Schattenbilder gemacht, diese gesammelt und getauscht. Zum Beispiel Dichter Wolfgang Goethe und sein sozialen Umfeld „Sie waren ein frühes Massenmedium“, erklärte Dr. Brigitte Salmen zu den Silhouetten. Eine Vielzahl von ihnen sind im Oberammergau Museum zu sehen. Dort wurde am Donnerstagabend die Ausstellung „Was ist reines Nichts – und doch sichtbar?“ eröffnet.

Museumsleiterin Dr. Constanze Werner hat dafür mit der Privatstiftung Schloßmuseum Murnau und ihrem Vorstandsmitglied Salmen zusammengearbeitet. Eine intensive Zeit, wie die Expertinnen beschrieben. Denn für diese Ausstellung mussten sie sich die Exponate nicht aufwendig zusammenstellen. Im Gegenteil: Gesine Kerschbaumer stellte der Stiftung ihre Schattenbild-Sammlung, die in 40 Jahren entstanden ist, zur Verfügung. „Das ist wie im Paradies“, war Werners erster Gedanken. Doch es zeigte sich: Aus 1500 Bildern eine Auswahl zu treffen, ist nicht leicht. Rund ein Drittel wird letztlich in der Ausstellung gezeigt.

Sie offenbart gleich an ihrem Entre die ganze Variationsbandbreite der Schattenbilder: Links eine griechische Vase, auf der Krieger abgebildet sind. Entstanden ist die Leigabe der Staatlichen Antikensammlungen München etwa 550 vor Christus. Ihr gegenüber steht das modernste Exponat der Schau: Eine Plexiglas-Installation von Klaus Staudt aus dem Jahr 2013, mit schwebend scheinenden Körpern. Passenderweise steht die schwarze Vase auf einem weißen Sockel und die weiße Installation auf einem schwarzen. Gegensätze, die zentral in dieser Kunstform sind. „Das Spiel von Hell und Dunkel, von Licht und Schatten“, wie Salmen verdeutlichte. Der Mensch wird auf seinen Umriss reduziert. Und strahlt dennoch bezeichnende Individualität aus. Vielleicht hatte Kerschbaumer deshalb das Gefühl, mit ihrer Sammlung ihre „Freunde“ der Privatstiftung übergeben zu haben. Und auch Werner war bei der Arbeit für die Ausstellung fasziniert von den Persönlichkeiten, an die die Silhouetten erinnern. „Wie kleine Denkmäler“ halten sie – anders als die moderne Schnappschüsse im Internet – schon eine kleine Ewigkeit.

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