Kolben-Parkplatz in Oberammergau
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Schranke auf: Wer am Kolben-Parkplatz sein Auto abstellt, muss nun eine Tagesgebühr von 15 Euro bezahlen.

Ans Garmisch-Partenkirchner Modell angelehnt

Kolben-Skigebiet in Oberammergau: Parkgebühren ziehen an

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Noch stehen die Lifte still. Die Kolben-Verantwortlichen haben aber schon vor dem Betriebsstart eine Änderung veranlasst. Wintersportler müssen mehr für den Parkplatz zahlen. Aus mehreren Gründen.

Oberammergau – Klement Fend erinnert sich noch gut. An diesen Samstag, den zweiten Weihnachtsfeiertag. Als die Pisten eigentlich noch „gesperrt“ waren, die Präparationsarbeiten liefen. Trotzdem reihte sich auf dem Parkplatz im Tal Auto an Auto. Der Geschäftsführer der Kolben GmbH und sein Team wussten: „Wir müssen etwas tun.“ Jetzt. Nicht erst, wenn der Skibetrieb wieder starten darf.

Seit dem Wochenende ist das Gebiet vom Sattel bis ins Tal beschneit. Piste, Parkplatz, Toiletten – alles steht seit Sonntag zur Verfügung. Zu neuen Konditionen: Die Tagesgebühr beträgt nun 15 Euro. Während der Arbeiten wurden unter drei Stunden drei Euro, bei längerer Verweildauer fünf Euro für das Nutzen der Abstellfläche verlangt. Jetzt kopiert die GmbH das Garmisch-Partenkirchen Modell. Mit einem Unterschied: Während diese Regelung am Kreuzeck und Hausberg nur während des Lockdowns Bestand haben soll, bleibt der Tarif am Kolben dauerhaft.

Die meisten Leute haben Verständnis.

Klement Fend

Für Fend macht alles andere keinen Sinn. Aus mehreren Gründen. Die Gebühren günstiger zu gestalten, bringt ihm zufolge nichts. „Dann kommen immer mehr“, meint er. Auch rechnet der Geschäftsführer damit, dass die Tourengeher den Skifahren den Platz wegnehmen würden, sobald der Betrieb wieder erlaubt ist. Hinzu kommen mögliche Vorgaben, die die Bergunternehmen erhalten. Fend nennt Online-Anmeldungen zum Beispiel. „Wie sollen wir das machen“, fragt er, „wenn wir die Plätze reservieren müssen, der Tourengeher aber kommt?“ Dass die Gebühren in „dieser bescheidenen Situation“ mit Einnahmeverlusten Geld in die Kasse spülen, sei ein schöner Randeffekt. In erster Linie sollen sie aber als Steuerungselement dienen.

Unvernunft am Berg

Mit einem Flatterband wurde die Terrasse der Kolbensattelhütte und der unmittelbare Umgriff gesperrt. Half nichts, jetzt kam ein Absperrgitter zum Einsatz. „Die Leute sind einfach drübergestiegen“, sagt Klement Fend. Wenn das nur alles wäre. Hunderte Zigarettenstummel und abgebrannte Teelichter lagen zuletzt in dem Bereich herum. Der Geschäftsführer der Kolben GmbH will sich gar nicht ausmalen, was durch ein solches Verhalten hätte passieren können. „Die Brandgefahr war da.“

Ein bisschen Bauchweh mit der Entscheidung hatten die Verantwortlichen trotzdem, doch die ersten Erfahrungen von Sonntag beruhigten sie. „Die meisten Leute haben Verständnis“, sagt Fend. Nur zwei Gäste hätten ein wenig geschimpft. Er betont aber auch: „Wir zwingen keinen.“ Entsprechende Hinweise über den neuen Tarif hängen am Automaten vor der Schranke. Wenn jemand den Preis nicht berappen möchte, kann in den Parkplatz ein-, aber auch gleich wieder rausfahren.

In den Sozialen Medien war die Änderung im Vorfeld kommuniziert worden. Fend behält die Reaktionen im Blick. Die große Welle an Kritik blieb aus. Bei Facebook überwiegen die positiven Stimmen. „Das freut uns, dass die Leute erkennen, dass es nicht anders geht.“

Weitere Infos:

Die Toiletten im Tal sind von 9 bis 17 Uhr geöffnet, der Parkplatz ist von 9 bis 17 Uhr betreut.

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