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2500 Mitwirkende werden ab Mai 2020 bei den Oberammergauer Passionsspielen dabei sein.

Initiatoren klagen über zu viele Entscheidungen „im stillen Kämmerlein“

Bürgerantrag zur Passion eingereicht

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Über 70 Personen haben in Oberammergau einen „Bürgerantrag“ unterschrieben. Sie verlangen mehr Infos zur Passion und fordern eine Rolle zurück . . .

Oberammergau – Fühlt sich ein Teil der Bevölkerung Oberammergaus isoliert, „nicht mitgenommen“, wenn es um den Passion geht? Der doch ein Gesamtwerk aller sein sollte. Zu diesem Schluss kann man kommen. Denn am Dienstag ist bei der Gemeindeverwaltung ein „Bürgerantrag“ eingetrudelt – der erste seiner Art, der sich auf Paragraph 18b der Gemeindeordnung begründet. Gertrud Lischka, 18 Jahre lang Gemeinderätin, ist eine der Initiatoren und Sprecherin: „Was in den vergangenen Wochen und Monaten in Zusammenhang mit der nächsten Passion passiert ist, hat uns zu diesem Schritt veranlasst.“ Ein Punkt des Antrags, der federführend noch von Erich Schmid, Richard Reiser und Elisabeth Kemper vertreten wird, ist die Rücknahme der Entscheidung (von Spielleiter Christian Stückl), den Prolog bei der Passion abzuschaffen.

Ursprünglich sollte der Bürgerantrag mit exakt demselben Wortlaut bereits vor einigen Wochen eingereicht werden, doch dann zog einer der Unterzeichner (Helmut Eitzenberger) aus persönlichen Gründen zurück. Die Angelegenheit verlief im Sande. Eher jetzt ein neuerlicher Vorstoß unternommen wird. Gertrud Lischka: „Wir haben das Ganze nochmal durchgesprochen und sind zu dem Entschluss gekommen, den Antrag nun tatsächlich abzugeben.“

Am Dienstag war es nun soweit: „Binnen kurzer Zeit“ (Lischka) waren über 70 Unterschriften zusammengekommen, 45 wären notwendig gewesen. Man übergab das Schriftstück an Bürgermeister Arno Nunn.

Die Initiatoren fordern den Gemeinderat auf, künftig regelmäßig über die Planungen zur Passion 2020 zu informieren; dies betreffe organisatorische Maßnahmen, aber auch Fragen zu Musik, Bühnenbild, Text, Kosten und Nachhaltigkeit. Ferner fordert die Bürgergruppe den Gemeinderat auf, öffentlich darzulegen, „welche Rechte des Gemeinderates hinsichtlich der Passion, im Wesentlichen in der Eigenbetriebssatzung niedergelegt, durch anderweitige Beschlüsse außer Kraft gesetzt wurden“. Ein dritter Punkt des Antrags ist die Sache mit dem Prolog.

Abschließend heißt es in dem Schreiben an die Gemeinde: „ . . . erwarten wir und die Bürgerinnen und Bürger, die das Anliegen unterstützen, von der Gemeinde eine weitaus stärkere Einbindung der ganzen Bevölkerung in die Vorbereitung der Passion und die Bereitschaft, über mögliche Veränderungen frühzeitig die öffentliche Diskussion zu suchen . . .“ In einfachen Worten begründet Gertrud Lischka den Vorstoß enttäuschter Bürger: „Wir wollen mehr Informationen und nicht, dass immer alles im stillen Kämmerlein entschieden wird. Alle sollen an dem Geschehen teilhaben.“ Die 68-Jährige ist generell enttäuscht darüber, „dass wir in Oberammergau es ganz selten schaffen, mal etwas gemeinsam zusammen zu bringen und gerade beim Passion müssen doch erst recht alle an einem Strang ziehen.“

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