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Bis Weihnachten laufen im Zentrum von Oberammergau die Arbeiten zur Neugestaltung der Ortsmitte .

Neugestaltung der Ortsmitte von Oberammergau ist inzwischen voll angelaufen: Künstlerwettbewerb geplant

Schotterparcours am Sternplatz

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Bagger, Lastwagen und weiteres schweres Baugerät bestimmen derzeit die Optik im Ortszentrum von Oberammergau: Die „gute Stube“ wirbelt mächtig viel Staub auf.

Oberammergau – Urlaubszeit und Sommergefühle in Oberammergau: Flanieren, durchs Dorf bummeln, alte Fassaden bewundern, Idylle schnuppern – all das ist in diesem Jahr für Gäste nur bedingt möglich. Denn: Die Neugestaltung der Ortsmitte ist mittlerweile in vollem Umfang angelaufen. Der Bereich zwischen Dorfplatz und katholischer Pfarrkirche gleicht momentan eher einer Schotterpiste denn einer beschaulichen Ortsstraße. Die „Begeisterung“ bei den Anwohnern – sie hält sich in Grenzen – wie bei Rita und Christian Gerold, die am Sternplatz eine Metzgerei betreiben: „Unser G’schäft ist massiv eingebrochen. Man hätt’ das Ganze früher starten sollen, wie es auch geplant war, und nicht mitten im Sommer so etwas durchziehen.“ Auch der Umstand, dass die Anzahl der künftigen Parkplätze von neun auf drei am Sternplatz zurückgehen wird, findet wenig Gefallen bei den Gerolds.

Auf der anderen Seite steht die Kommune unter dem Zwang, den Ort mit dieser vom Gemeinderat mit 17:1-Stimmen beschlossenen Neugestaltung rechtzeitig vor den Passionsspielen herauszuputzen. 2,3 Millionen Euro soll das Ganze kosten, den Zuschlag für die Tiefbauarbeiten erhielt die Firma M. Haseitl Bau GmbH aus Schongau. Herzstück des Projekts ist der „Umbau“ des Sternplatzes, der ein Natursteinpflaster erhält.

Im Bau- und Umweltausschuss gab Bernd Sedlmaier vom gemeindlichen Bauamt am Montag einen kurzen Abriss zum Stand der Arbeiten, die inzwischen seit acht Wochen laufen. Die Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte untergliedert – vom Hotel Turmwirt bis zur Sterngasse und von der Sterngasse zur Verlegergasse. „Es ist schon einiges passiert, unter anderem ist die neue Hauptwasserleitung komplett bis zur Sterngasse fertiggestellt“, betonte Sedlmaier im Ausschuss. Bis zur ersten August-Hälfte wolle man die Randeinfassungen fertigstellen und danach die Asphalttragschicht der Fahrbahn einbauen. Ziel ist es nach Angaben des Bauexperten, „bis Weihnachten den Sternplatz so weit wie möglich fertigzustellen“.

Zweieinhalb Stunden befassten sich die Gemeinderäte am Montag intensivst mit der Thematik. Dabei wurden auch Fragen zur „Möblierung“ erörtert – wie etwa, ob es in die Seitenschlitze der neuen Abfallbehälter reinregnet oder wieviel Blumenschmuck der öffentliche Raum verträgt. Am Ende wurde mit verschiedenen Mehrheiten beschlossen:

-Sitzbänke werden in Stahl (anthrazit) und Robinienholz ausgeführt.

-Die Abfallbehälter sind oben geschlossen, eckig, haben kleine Seitenöffnungen.

-Als Radständer dienen flache Metallbügel, die teils mit Mittelstrebe für Kinderräder ausgeführt werden.

-Entscheidungen über bewegliche oder feste Bauteile werden vom Bauamt in Abstimmung mit dem Bauhof getroffen.

-Über Sonderwünsche von Anliegern entscheiden im Rahmen der jeweiligen Bauphase nach Einschätzung das Bau- und Ordnungsamt zusammen mit dem Bauhof sowie in Abstimmung das beauftragte Planungsbüro t17.

Ein eigener Beschlusspunkt der Tagesordnung war die Idee, auf dem Sternplatz eine Skulptur zu platzieren. Hier einigten sich die Ausschussmitglieder letztlich darauf, dass die Gemeinde in Eigenverantwortung einen Künstlerwettbewerb durchführen soll. Ein Wettbewerb nach vorgegebenen staatlichen Förderrichtlinien wurde abgelehnt. Hintergrund ist der Plan, nur ortsansässige und regionale Künstler bei der Gestaltung des Kunstwerks einzuladen.

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