Ein Mann und ein Hund laufen auf einem Wanderweg.
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Beliebte Route für Gassigeher: der Altherrenweg zwischen Ober- und Unterammergau. (symbolbild)

Am Altherrenweg in Oberammergau

„Niederträchtig und charakterlos“ : Zwei Hunde werden vergiftet - Polizei ermittelt

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Das hätte böse enden können. In Oberammergau wurden zwei Hunde vergiftet. Sie mussten zur Behandlung in die Tierklinik.

  • Zwei Hunde wurden auf einem beliebten Spazierweg in Oberammergau vergiftet.
  • Der Besitzer von einem der beiden Vierbeiner hat Anzeige erstattet.
  • Hundehalter und Tierschutzverein lobigen Belohnung aus.

Oberammergau – Irgendwas stimmt nicht. Der Mischling seiner Lebensgefährtin torkelt plötzlich, fällt immer um. Der Oberammergauer fährt zum Tierarzt. Die erste Vermutung: Eine Durchblutungsstörung im Ohr könnte das Gleichgewicht beeinträchtigen. Doch kurz darauf zeigt sein Hund die gleichen Symptome. Kann kein Zufall sein, denkt sich das Herrchen. Er sucht die Tierklinik Haar auf – und bekommt eine erschreckende Diagnose: Allem Anschein nach wurden die beiden Vierbeiner vergiftet. Mit einer Blausäure-Verbindung.

Der Ammertaler, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat am Montag bei der Polizei Oberammergau Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Denn für ihn ist klar: Die zwei Hunde nahmen das, was früher als Rattengift verwendet wurde und heute verboten ist, am Altherrenweg zu sich. Dort war er am 30. November, mit den zwei angeleinten Begleitern unterwegs gewesen. Spazierte vom Wellenberg in Richtung Romanshöhe und Aufacker. Von dem Tatort geht auch die örtliche Polizei aus. „Der Zusammenhang mit dem Gebiet ist mit Sicherheit festzustellen, sagt Sachbearbeiter Walter Schmidt. Denn laut Aussage des Besitzers hielten sich die Hunde anschließend nicht mehr draußen auf.

Schnee erschwert die Ermittlungen

Die Beamten ermitteln. Prüfen, ob es noch weitere Vorkommnisse dieser Art gibt. Von den vergangenen Monaten sei Schmidt nichts dergleichen bekannt. Geschweige denn Todesfälle. „Wir sind auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen“, macht der Polizist deutlich. Denn es gestaltet sich als schwierig bis unmöglich, das Gebiet nach Hinweisen oder Ködern abzusuchen. Mittlerweile liegt Schnee.

Herrchen und Frauchen hoffen indes, dass ihre zwei Vierbeiner die Vergiftung gut überstehen. Sie befinden sich auf dem Weg der Besserung, wurden aus der Tierklinik entlassen. „Fit sind sie noch nicht“, betont der Oberammergauer. Über mögliche Folgeschäden will er lieber gar nicht erst nachdenken.

Solche Leute sind feige.

Tessy Lödermann

Über das Geschehene hat er nicht nur die Polizei, sondern zuvor schon Tessy Lödermann informiert. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis zeigt sich verärgert über die Gräueltat. „Das ist niederträchtig und charakterlos“, betont sie. „Solche Leute sind feige.“ Wer ein Problem mit Hunden habe, solle doch mit den Haltern sprechen anstatt so grausam zu agieren. Und Leid zu verursachen. Bei Tier und Mensch. „Man weiß ja gar nicht, was man dem Besitzer emotional antut.“

Lesen Sie auch: Hund übergibt sich nach Spaziergang an Ammer: Polizei warnt vor Giftködern

Wie der Betroffene selbst hat auch der Verein eine Belohnung von 500 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt (wird vertraulich behandelt). Um den vermeintlichen Hundehasser trotz der geringen Erfolgsaussichten vielleicht doch zu schnappen. Bis dahin liegt dem Oberammergauer vor allem eines am Herzen: „Die Leute zu sensibilisieren, dass sie aufpassen müssen.“

Weitere Information

Wer Hinweise zu dem Fall liefern kann, soll sich bei der Polizei Oberammergau unter Telefon 0 88 22/94 58 30 melden oder zu den Öffnungszeiten des Tierheims unter Telefon 0 88 21/559 67.

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