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Bürger machen ihr Kreuzchen: Auch der  Landrat wird im Kreis Garmisch-Partenkirchen neu gewählt. 

Bei der KJR-Herbstvollversammlung

Verkehr, Wohnraum, Klimaschutz: Podiumsdiskussion der Landratskandidaten

Wie kann verhindert werden, dass Jugendliche nach der Schule abwandern? Wie schafft man günstigen Wohnraum für junge Erwachsene und Familien? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die drei Landrats-Kandidaten Anton Speer (Freie Wähler), Florian Lempert (CSU) und André Göllrich (FDP) bei einer Veranstaltung in Oberammergau.

Oberammergau – Landrat Anton Speer (Freie Wähler) betonte im Katholischen Pfarrheim Oberammergau gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion, dass ihm der Grundlagenvertrag mit dem Kreisjugendring (KJR) eine Herzensangelegenheit sei. Darin wird unter anderem vereinbart, dass im kommenden Jahr sehr viel mehr Geld als im laufenden in die Jugendarbeit investiert wird. Auch die Integration, die nur durch eine Deutschbeschulung gelingen kann, hat für Speer einen hohen Stellenwert.

„Die Jugendarbeit ist der Ast, auf dem wir sitzen“, unterstrich André Göllrich (FDP) im Rahmen der Herbstvollversammlung des KJR. Seiner Meinung nach braucht es vor allem genügend Kindergartenplätze und bezahlbaren Wohnraum, was beides als Investition in die Zukunft gesehen werden müsse. Auch sprach sich der FDP-Kandidat dafür aus, „Jugendliche bereits mit 16 wählen zu lassen, da sie ja auch ab diesem Alter als strafmündig gelten“.

Florian Lempert (CSU) betrachtet die Abwanderung der jungen Leute nach dem Schulabschluss als größtes Problem: „Wir brauchen einen Unistandort im Landkreis und müssen das Angebot der Berufsschulen ausbauen.“ 9000 Landkreisbürger pendeln nach seinen Angaben täglich aus – da bleibe für ehrenamtliche Tätigkeiten keine Zeit mehr. Er appellierte an die Anwesenden, für die Jugend und die Heimat zu kämpfen.

Speer berichtete von einem Strukturgutachten, das in Arbeit ist und das sich mit neuen Busverbindungen befasst. Auch ein Anschluss an das Münchner MVV-Netz wird geprüft. Hierzu wird eine Studie angefertigt. Göllrich prangerte an, dass die Chance für den Ausbau der Infrastruktur mit der Ablehnung der Olympischen Spiele von der Landkreis-Bevölkerung vertan worden sei. 

Ein Delegierter der KJR-Vollversammlung wollte wissen, was die Politiker tun wollen, damit den Jugendlichen Werte vermittelt werden, die sie zu einer Persönlichkeit reifen lassen. „Da es Familien gibt, in denen diese Werte nicht funktionieren, bräuchten deren Kinder Netzwerke, die denen helfen, die keine Stimme haben“, forderte der CSU-Kandidat. Speer betonte, Vereine seien ebenfalls Vermittler solcher Werte. Zudem habe man im Landkreis bereits gute Ausbildungsbetriebe im Handwerk. Um den Berufsschulstandort für Bankkaufleute sichern zu können, sind laut Speer Kombiklassen mit den Auszubildenden im Steuerfach gebildet worden. Außerdem stecke der Landkreis sehr viel Geld in den Ausbau und die Modernisierung von Schulen. 

Auch das Thema Klimawandel kam auf den Tisch. Göllrich sprach sich dafür aus, die Heimat zu erhalten, indem keine weiteren Skipisten ausgewiesen und nur die vorhandenen erhalten werden. Ökologisches Verhalten schlage sich auch in einer Förderung des regionalen Handels und der Wirtschaft nieder. „Kauft vermehrt regionale Produkte“, appellierte der FDP-Mann an die Zuhörer.

Michaela Feldmann

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