Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Wer kommt in die Stichwahl? Neugierde bei (v.l.) Bürgermeister Andreas Rödl und den Gemeinderäten Karl-Heinz Götz, Simon Fischer und Wolfgang Proksch.

Corona, Fortuna und ein Vaterunser

Drei Kandidaten wollen Vize-Bürgermeister von Oberammergau werden: Im ersten Wahlgang gibt‘s einen Patt

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Oberammergau macht‘s gerne spannend. Das war bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters nicht anders. Für Ludwig Utschneider endete die Sitzung schon nach dem ersten Wahlgang unglücklich.

Oberammergau – Als ältestes Gemeinderatsmitglied durfte Karl-Heinz Götz am Mittwochabend den neuen Bürgermeister Andreas Rödl vereidigen. Danach wollte der 68-Jährige noch eine wichtige Botschaft an seine Kollegen loswerden: „Diese Zeiten erfordern Zusammenhalt, lasst uns die alten Gräben zuschütten ...“ Ob der Appell angekommen ist, wird die Zukunft zeigen. Oberammergau hat eine neue Regierung. Und Rödl freute sich vor den 50 Bürgern im Saal des Ammergauer Hauses wie ein Schnitzel, dass gleich die ersten vier Beschlüsse allesamt einstimmig waren: „So mach’ ma weiter!“

Geistlichen Beistand hatte sich der neue Gemeindechef für die erste Sitzung gewünscht und die beiden Ortspfarrer Thomas Gröner und Peter Sachi um den Segen Gottes für die bevorstehende Periode gebeten – ein schönes Signal! Ein gemeinsames Vaterunser beschloss diese Einführung. Zuvor gab sich Rödl kämpferisch: „Wir müssen uns jetzt durchbeißen, dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, dann können wir gemeinsam diese schwere Zeit meistern.“ Ehe er das Mikro an seinen Geschäftsleiter Christian Ostler übergab: „Er hat alles perfekt vorbereitet, dann soll er die einzelnen Punkte auch vorstellen dürfen.“

Natürlich baute sich da bereits die Spannung für das interessanteste Thema des Abends auf – bei Zuhörern und Gemeinderäten: Wer wird Zweiter Bürgermeister? Tatsächlich warfen nicht nur wie erwartet Ludwig Utschneider (PWG) und Eugen Huber (Mit Augenmaß) ihren Hut in den Ring, sondern auch noch ein dritter Bewerber: Markus Köpf von der CSU! Die Fürsprecher Anton Preisinger, Florian Schwarzfischer und Simon Fischer warben mit Vehemenz für ihre Kandidaten und Bürgermeister Rödl versprach, mit allen, wer auch immer das Rennen mache, gut und loyal zusammen zu arbeiten und „die Parteibrille abzunehmen“.

Enttäuschung bei PWG und BIO

Zu einer perfekten Inszenierung passte es, dass die drei Aspiranten jeweils sieben Stimmen auf sich vereinigten. Ein Raunen ging durch die Zuschauerränge. Die Regularien über das weitere Prozedere bei Stimmengleichheit sahen nun vor, dass per Los die beiden Teilnehmer an der Stichwahl zu ziehen waren, die dritte Person fiel heraus. Aus drei schwarzen (!) Umschlägen zog dann die Glücksfee – Katharina Floßmann von der Bunten Liste – das erste Kuvert, dann das zweite. Die Finalpaarung: Markus Köpf gegen Eugen Huber. Ludwig Utschneider blieb übrig – das Losglück war nicht auf seiner Seite. Große Enttäuschung und Ernüchterung im Lager der PWG und bei BIO. Damit war klar: Auch in der bevorstehenden Legislaturperiode ist man von den Machttöpfen der Kommunalpolitik verbannt, Opposition anstatt unmittelbare Verantwortung ist angesagt. The same procedure as the last six years. Absolute Stille im Saal.

Schließlich die Entscheidung der Duellanten Huber und Köpf. Wohin würden die Stimmen von PWG und BIO wandern? Doch – es gab kein einmütiges Abstimmungsverhalten in den beiden Fraktionen: Eugen Huber erhielt zehn Stimmen, Markus Köpf sieben, vier Zettel waren ungültig (wohl leer abgegeben). Die alte und neue Vize ergriff das Mikrofon: „Wir müssen im Gemeinderat wieder ein Klima des gegenseitigen Vertrauens schaffen.“ Applaus. Kommunalpolitik kann manchmal ganz schön spannend sein.

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