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Ein Pulk von Festival-Fans, wie sonst beim Heimatsound, ist in Corona-Zeiten mit Risiko behaftet. 

Karten behalten Gültigkeit

Erst die Passion, jetzt das Heimatsound: Festival wird verschoben

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Der Sommer in Oberammergau wird heuer kulturell ruhig. Keine Passion, kein Theater - und auch kein Heimatsound-Festival. Die Veranstaltung ist für dieses Jahr abgesagt worden.

Oberammergau – Sie tanzen, feiern und genießen. Über 6000 Besucher pilgern jedes Jahr in und ans Passionstheater in Oberammergau, wenn das Heimatsound-Festival ruft. Dicht gedrängt sitzen sie auf den Wiesen, Arm an Arm stehen sie vor der Bühne. In der Vergangenheit kein Problem, in diesem Jahr wegen Corona schon. „Ich habe keine Fantasie“, sagt Frederik Mayet, Geschäftsführer der Passionstheater GmbH, „wie man das mit dem Abstand machen kann.“ Deshalb ist nun klar: Die Kultveranstaltung am 9. und 10. Oktober fällt aus. Neuer Termin: 6. und 7. August 2021.

Mehrere Argumente führten zu dem Entschluss. Zum einen gab es Signale aus dem Ministerium, dass Großveranstaltungen länger als August nicht erlaubt sein werden. „Damit sind wir umgegangen“, sagt Mayet. Zum anderen trug die Absage des Gelübdespiels zur Entscheidung bei. Keine Passion, aber das Heimatsound schon – „das wäre komisch“. Hinzu kommt das Infektionsrisiko, das trotz Vorkehrungen nicht komplett ausgeschlossen werden kann. Mayet will es nicht eingehen. Das Festival soll nicht zur „Corona-Party“ mutieren.

Termin kollidiert mit der Brass Wiesn

Die Reaktionen auf die Verschiebung fallen verständnisvoll aus. Kritik gibt es trotzdem. Der neue Termin überschneidet sich mit dem der Brass Wiesn in Eching. Mayet wusste das. Allerdings war es planerisch nicht möglich, ein anderes Datum zu wählen. Denn 2021 stehen auch Theater wieder auf dem Programm. „Es ging nur dieses Wochenende.“

Wer nicht teilnehmen kann, erhält sein Geld zurück. Ansonsten behalten die Karten ihre Gültigkeit. Im Vorverkauf für 2021 werden nur die zu erwerben sein, die zurückgegeben wurden. Bislang null.

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Bands von 2020 für 2021 buchen

Mayet und sein Team versuchen, die Bands von diesem Jahr für das nächste zu verpflichten. „Bei den allermeisten hat das geklappt“, sagt er. Bei „Voodoo Jürgens“ und „Pam Pam Ida“ zum Beispiel. Für den Ausfall muss die GmbH wegen der behördlichen Anordnung nicht aufkommen. Hart für die Bands, gut für die Veranstalter. Ihr bleiben herbe Einbußen erspart. Die bislang getätigten Ausgaben im niedrigen fünfstelligen Bereich fürs Administrative wie Telefon oder Miete sind verkraftbar, urteilt der Geschäftsführer.

In den kommenden Wochen zurren die Festival-Verantwortlichen den Vertrag mit der Gemeinde für die Auflage 2021 fest. Immer begleitet von Mayets größter Hoffnung: dass das Heimatsound dann halbwegs normal und entspannt über die Bühne gehen kann. 

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