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Zum siebten Mal inszeniert Thomas Zigon (5.v.l.) eine Musical-Gala in Oberammergau.  

2020 ist Pause

Magische Momente: „Musical meets“-Gala entführt Besucher in die Welt der Zeichentrickfilme

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Jeder kennt die Lieder und die Filme. Ob „Aladdin“ oder „Der König der Löwen“. Jetzt kommen sie auf die Bühne des Ammergauer Hauses - bei der siebten Benefiz-Gala von Thomas Zigon.

Oberammergau– Diese eine Frage trieb Thomas Zigon um: „Wer passt auf die Rolle?“ Männlich muss der Darsteller sein, athletisch gebaut und mit einer guten Tenor-Stimme überzeugen. So wie man sich Tarzan eben vorstellt. Die Suche war „gar nicht so leicht“. Aber erfolgreich.

Der Oberammergauer hat einen Dschungelhelden gefunden, der am 20. und 21. September auf der Bühne des Ammergauer Hauses steht. Zum siebten Mal steigt dort die Musical-Benefiz-Gala. Und zum vorerst letzten Mal. 2020 legen Zigon und seine Profi-Kollegen wegen der Passionsspiele eine Pause ein. „Wir würden uns ja ins eigene Fleisch schneiden“, sagt der 32-Jährige. Wie es danach weiter geht? Er zuckt mit den Schulter. „Ist noch offen.“

So weit denkt Zigon jetzt nicht. Seine ganze Konzentration richtet sich auf die zwei Aufführungen heuer. Der Titel diesmal: „Musical meets Magical Moments“. Nach „Broadway“, „Hollywood“ oder „Britain“ will das Ensemble das Publikum in die Welt der bekanntesten Zeichentrickfilme entführen. Von „Die Eiskönigin“ über „Aladdin“ bis hin zu „König der Löwen“ geht die Reise. Von Anfang an erkundigten sich seine Kollegen, wann das Motto endlich an der Reihe ist. Jetzt haben sie ihre Antwort bekommen: 2019.

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Darsteller nehmen sich extra frei

Bislang scheute sich Zigon, selbst großer Mary-Poppins- und Schneemann-Olaf-Fan, ein bisschen vor dem Thema. Der Aufwand – größer. Vor allem, was die Kostüme betrifft. Er stellt hohe Ansprüche: „Sie dürfen nicht billig wirken“, betont er. Nicht etwa wie Faschingsperücken.

Punkt für Punkt hakt er auf seiner To-Do-Liste ab. Inzwischen ist Routine dabei. Dass er die Gala, deren Erlös heuer dem Kindergarten Regenbogen zugute kommt, nun schon zum siebten Mal auf die Beine stellen darf, hätte er bei seinen Anfängen nicht geglaubt. „Krass“, sagt er und grinst. Er sieht’s als schöne Anerkennung. Zum Beispiel, wenn Tickets zu Weihnachten verschenkt werden. Nicht nur in Oberammergau, sondern auch in der Musical-Szene kennt man die Shows mittlerweile. Die Mund-zu-Mund-Propaganda und das Schwärmen der Mitwirkenden funktioniert. Nicht selten wird er angesprochen: Ach, du bist das mit der Gala. Dass sich seine Kollegen dafür extra Platz im Terminkalender freischaufeln und aus Wien, Berlin oder Hamburg ins Ammertal anreisen, „ist auch ein bisschen Bestätigung für mich“, sagt Zigon. Ein Zeichen, nichts falsch zu machen.

Gala heuer eine Woche früher

Seine Crew aus fünf Männern und fünf Frauen für heuer ist bereits komplett. Eine, ohne neue Gesichter. Der Oberammergauer kann inzwischen aus einem Pool von 30 „Musical meets...“-Künstlern zurückgreifen. Sie kommen alle am 11. September an, einen Tag später beginnen die Proben. Der Terminplan hat sich diesmal nach vorne verschoben, weil sonst die Show und das Fest der Feuerwehr terminlich kollidiert wären.

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Zigon entwirft das Grundkonzept der Show, bei den Choreographien bringen sich alle ein. „Das finden sie cool, weil sie selber mitgestalten können“, sagt der 32-Jährige, der mittlerweile in Augsburg wohnt. Bis 20 Uhr wird täglich an den zwei Show-Teilen gearbeitet, dann geht’s zum gemeinsamen Essen. „Das steht schon fast im Vordergrund“, sagt Zigon und lacht. Vor allem, wenn seine Mama für die Kollegen des Sohns kocht, um die Ausgaben für sie gering zu halten. Die Darsteller bekommen zwar eine Gage für die Vorstellungen samt Fahrtkosten und Unterkunft, aber für zehn Tage sei das eher eine Aufwandsentschädigung, meint Zigon. Um’s Geld geht’s ihnen aber auch nicht, sondern um’s Dabeisein.

Die Gala

findet am 20./21. September, jeweils ab 20 Uhr im Ammergauer Haus, statt. Karten im Vorverkauf gibt’s bei den Ammergauer Alpen. Erwachsene zahlen 25 Euro, Kinder und Jugendliche 15 Euro.

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