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Fleißig, fleißig: Die Frauen aus der Kostümabteilung der Passionsspiele produzieren Schutzmasken.

Motiviert am Werk

Kampf gegen Corona: Passions-Schneiderei näht 1000 Schutzmasken in der Woche

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Wer aufwendige Kostüme nähen kann, kann auch Schutzmasken fertigen. Genau das praktizieren die Frauen der Passions-Schneiderei in Oberammergau. Und greifen damit dem BRK unter die Arme.

Oberammergau - Im Umgang mit Nadel, Faden, Stoffen und Nähmaschine macht ihnen so leicht niemand was vor. Denn wer Gewänder für Jesus, Apostel, Chor und Hohen Rat auf Körpermaß nähen kann, vollführt mit seinen Fingern die Kunst des Schneiderns in Perfektion. Auch in der Kostümabteilung der Oberammergauer Passionsspiele mit den gut zwei Dutzend Näherinnen saß der Schock tief, als von den Verantwortlichen die Verschiebung des Gelübdespiels auf 2022 verkündet werden musste. Ihre schönen Gewänder, die sie genäht hatten, konnten von niemand der erwarteten 500.000 Besucher bewundert werden. Das musste erst einmal verdaut werden.

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Bezahlung übernimmt Eigenbetrieb Kultur

Da nun die Verträge noch einige Zeit liefen für Restarbeiten, kam Werkleiter Walter Rutz auf die Idee, die Nähkunst der Mitarbeiterinnen für eine wichtige Sache in Zusammenhang mit der Corona-Krise zu nutzen. An allen Ecken und Enden fehlen bekanntlich Schutzmasken. Rutz nahm Kontakt zum Roten Kreuz auf, und die Näherinnen waren sofort dabei und voll motiviert, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. 

Und so nähen acht Frauen bereits in der zweiten Woche Masken. Die Bezahlung übernimmt bis auf Weiteres der Eigenbetrieb Kultur. Susanne Eski, Chefin der Abteilung, kann stolz sein auf ihre Damen, denn was sie wegnähen, ist großartig: 1000 Schutzmasken kommen in der Woche zusammen. Die nächste Lieferung ist vom Roten Kreuz am Freitag in Oberammergau abgeholt worden. 

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