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Wünscht sich mehr Vertrauen: Passions-Spielleiter Christian Stückl.

Schwarzfischer packt die Keule aus

Passion 2022: Heftige Kritik an Budget für Inszenierung

  • Ludwig Hutter
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Für die Passionsspiele 2022 entstehen Zusatzkosten. Knapp zwei Millionen Euro. Ein Thema, das im Gemeinderat hohe Wellen schlug. 

Oberammergau – Ein lauter Knall, kurz darauf ein weiterer. Als wäre es bestellt gewesen! Mitten hinein in die emotionale Debatte zum Inszenierungsbudget für die Passionsspiele 2022 im Oberammergauer Gemeinderat platzt im Saal des Ammergauer Hauses eine Glühbirne eines Beleuchtungskörpers an der Decke, die dann laut zu Boden kracht. Kurz zucken Gemeinderäte und Zuhörer zusammen. Weniger schreckhaft als vielmehr angriffslustig zeigen sich Gemeinderäte der Fraktionen Parteilose Wählergemeinschaft (PWG) und BIO in der Diskussion zu dem Punkt und greifen vor allem Werkleiter Walter Rutz heftig an.

Auf 1,85 Millionen Euro schätzt dieser die Zusatzkosten für die Inszenierung der Passion in zwei Jahren. Als zu vage und zu oberflächlich kritisieren Vertreter der zwei Listen die Sitzungsvorlage des Werkleiters. Richtig vom Leder zieht – mal wieder – BIO-Frontmann Florian Schwarzfischer: „Ich verlange genaue Abrechnungszahlen. Jetzt sollen wir mal wieder ganz schnell über hohe Summen abstimmen, nach dem Motto ,Vogel, friss oder stirb’. Da hätt’s von Anfang an einer sauberen Kalkulation bedurft. Ihr aber schöpft’s nach wie vor aus dem Vollen, gerade in diesen schwierigen Zeiten. Diese Vorgehensweise stinkt mir ganz gewaltig.“ Unterstützung gibt’s von Kollegin Kristina Rupprecht, Peter Held und vor allem Ludwig Utschneider (beide PWG). Der bemängelt vor allem, „dass der Ist-Stand des Passionsbudgets 2020 bisher nicht vorgestellt wurde“. So wüsste man, welche Mittel aus dem eigentlichen Budget noch verfügbar seien. Utschneider: „Nicht beantwortet ist auch die Frage, ob die Reserve von 600 000 Euro benötigt wurde und wenn ja, warum.“

Werkleiter sieht „viele Unbekannte“

Die Attacken erwidert Spielleiter Christian Stückl: „Wir wollen niemand hintergehen. Es hat jeder gewusst, dass es in etwa so werden wird wie 2010.“ Der Regisseur wünscht sich „a bisserl mehr Vertrauen“, denn im letzten Passion sei man eine Million Euro unter dem Budget geblieben.

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Werkleiter Walter Rutz bittet um Nachsicht, keine präziseren Zahlen vorlegen zu können: „Es ist nun mal so, dass man das neue Budget nur grob planen kann, da es noch sehr viele Unbekannte gibt. Zum heutigen Tag wissen wir einfach nicht, was genau an neuen Kosten auf uns zukommt.“ Vom Werkleiter will Markus Köpf (CSU) wissen, warum der Gemeinderat das Budget 2022 beschließen müsse und ob hier nicht eine Mitteilungsvorlage ausreiche. Rutz erwidert, dass er einen Beschluss des Gemeinderates für die Verhandlungen mit der Versicherung benötige.

Budget geht durch

In der weiteren Diskussion wirft Ludwig Utschneider dem Werkleiter vor, dass bei derartigen Summen üblicherweise ein Vorberatung stattfinde; diese sei nicht erfolgt.

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Schließlich die Abstimmung zu diesem brisanten Thema: Gegen die Stimmen von PWG und BIO (sechs) wird das Budget 2022 mehrheitlich mit zwölf Ja-Stimmen beschlossen. Ludwig Utschneider begründet die Ablehnung im Nachgang: „Wir standen einer Ausweitung des Inszenierungsbudgets nicht grundsätzlich negativ gegenüber, nur hätte es im Vorfeld einer ausführlicheren Beratung bedurft.“ Klarstellen will der Fraktionsführer auch noch einen Streitpunkt aus der Sitzung: Werkleiter Rutz habe hier behauptet, er hätte im Werkausschuss vom 27. Mai den Ist-Stand des Passionsbudgets vorgestellt. Dazu Utschneider wörtlich: „Walter Rutz hat am nächsten Tag im Gespräch mit mir zugegeben, dass er die Zahlen im Ausschuss in der Tat nicht vorgestellt hat und er hat sich auch für seine Aussage in der Gemeinderatssitzung mir gegenüber entschuldigt.“

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