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Eines der zwölf Lebenden Bilder – Moses bittet Pharao um Freiheit für sein Volk. Sie stellen Rückblenden in das Alte Testament dar.
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Haus des Pilatus im Rohbau: Ein Großteil der Stufen ist zurückgebaut worden.
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Die Volksgewänder – beim letzten Mal in blau gehalten, diesmal in verschiedenen Grautönen.
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Die „Engelwerkstatt“: Sarah Hesse (l.) und Viktoria Bischl stecken für ein Lebendes Bild Federn an einen Engelflügel.
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Das neue Konzept präsentieren Bühnenbildner Stefan Hageneier und Spielleiter Christian Stückl der Presse

Es gibt Änderungen

Heiße Phase bei den Passionspiel-Vorbereitungen: Kostüme, Konzept und Kulisse vorgestellt

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Die Uhr tickt. Im Mai beginnen die Passionsspiele in Oberammergau: In den Werkstätten wird derzeit Hochdruck gearbeitet. 

Oberammergau - Das weltberühmte Passionstheater zu Oberammergau – es hat viele Räume, viele Türen. Früher lag es alle neun Jahre im Dornröschenschlaf – mittlerweile haucht wenigstens der jährliche Kultur- und Theatersommer dem altehrwürdigen Haus Leben ein. Im zehnten Jahr indes, da wimmelt und wuselt es nur so, wenn „der“ Passion gespielt wird. Noch 181 Tage ist aktuell Oberammergau von der Premiere (16. Mai 2020) der 42. Auflage dieses weltbekannten Gelübdespiels entfernt. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren: „Wir befinden uns in der sehr heißen Phase“, beschrieb es am Freitag Spielleiter Christian Stückl vor Medienvertretern, die zu einem Rundgang durch die Werkstätten im Passionstheater eingeladen waren.

Auch dem Gemeinderat und der Bevölkerung am Abend stellte das Leitungsteam das neue Konzept für Bühne, Kulissen und Kostüme vor. Stückl erinnerte an seinem 58. Geburtstag an die „kritische Zeit“, als ein Bürgerbegehren gegen den Umbau der Bühne drohte und die Umsetzung „extrem gefährdet“ hätte. Der Gemeinderat sah die Zulässigkeit mehrheitlich als nicht gegeben an, wodurch dieser Kelch an den Verantwortlichen noch einmal vorüberging. Unter Umständen hätte sogar die Premierenvorstellung um eine Woche verschoben werden müssen.

So blieb man im Zeitplan und konnte die Bauarbeiten starten. Von der Dominanz des einstigen Pilatus- und Annas-Hauses, die man über eine Treppe erreichte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Bühnenbildner Stefan Hageneier lässt die gesamte Freilichtbühne so umgestalten, dass alle Spielszenen, vom Einzug bis zur Auferstehung, im neugestalteten, hellgrau verputzten Bühnenbild stattfinden. „Es soll wie eine Tempelanlage wirken, es gibt ein Bühnenbild für alle Szenen.“ Stückl ergänzte: „Alles spielt in Jerusalem und nicht an speziellen Orten.“

Stoffe aus Indien

Die neue Grundfarbe ist identisch mit jener der Kostüme für das Volk, die in einem hellen Grau gehalten sind. Hageneier reaktivierte dafür die Kontakte zu seinen früheren Stofflieferanten in Indien, und gab schließlich tausende Meter Stoff in Auftrag. Über 2000 Kostüme muss die Mannschaft der Schneiderei unter Leitung von Susanne Eski fertigen – eine Mammutaufgabe. Ob man nicht noch Gewänder von 2010 verwenden könnte? Diese Frage beantwortete Stefan Hageneier eindeutig: „Wir haben 110 Vorstellungen, da wird was kaputt. Außerdem gab es in jeder Passion neue Kostüme.“

Neu wird 2020 auch der Beginn der Aufführung sein:Anstatt des früheren Prologs soll der Chor in einfacher bäuerlicher Kleidung an das Pest-Gelübde von 1634 erinnern, den Schwur ableisten und das Geschehen auf der Bühne gesanglich begleiten. Die Kreuzigungsszene wird ebenfalls neu gestaltet: Dabei stehen die Kreuze nicht mehr seitlich, sondern zentral auf der Mittelbühne. Auf dem Vorplatz wird ein Zelt für das Abendmahl aufgestellt. Und schließlich noch die Lebenden Bilder, zwölf an der Zahl, die eine Brücke zum Alten Testament bilden. Sie verlieren gegenüber 2010 an Farbigkeit, erzählen von Flucht und Leid des jüdischen Volks. Dadurch ergeben sich ganz bewusst Parallelen zur heutigen Zeit, zur Situation der Flüchtlinge. Über allem steht die Sehnsucht der Menschen nach Befreiung und dem Ende der Knechtschaft. Eine über 2000 Jahre alte Geschichte – aktuell bis heute.


Lesen Sie mehr zu den Passionsspielen: 

Radikale Forderung für die Passionsspiele: Jesus auf dem Elektro-Tretroller statt auf dem Esel?

„Jesus“ der Passionsspiele besucht Israel:

„Man muss jüdische Seite von ihm kennenlernen“

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