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Sorgenkind: Der Pürschlingsteg erweist sich für die Verwaltung als Geduldstest. 

Entscheidung steht kurz bevor

Rialtobrücke: Zwei Angebote liegen vor - Neubau vor der Passion ist trotzdem unwahrscheinlich 

Vor dreieinhalb Jahren ist er gesperrt worden. Dann herrschte lange Zeit Stillstand beim Projekt Pürschlingsteg. Nun kommt Bewegung rein. 

Oberammergau – Der Beschluss für den Abriss und Neubau liegt seit Dezember 2017 vor. Das benötigte Geld – 420 000 Euro – ist im aktuellen Haushalt eingestellt. Eigentlich hätte es jederzeit losgehen können. Trotzdem ist beim Pürschlingsteg – den die Oberammergauer liebevoll Rialtobrücke nennen – auch dreieinhalb Jahre nach seiner Sperrung nicht viel passiert. Die Erneuerung wird zu einem Geduldsspiel. Vor allem für die Fraktion der Gelben, die die Rialtobrücke zur politischen Herzensangelegenheit erklärt hat. Jetzt kommt aber doch Bewegung in die Sache.

„Spätestens nächste Woche steht eine Entscheidung an“, erklärt Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) auf Anfrage. Denn nachdem man monatelang keinen Statiker finden konnte, der die Fundamente der 1975 gebauten Brücke auf weitere Standfestigkeit prüft, liegen nun zwei Angebote vor. Das ist auch der Verdienst von Karl-Heinz Götz (Freie Wähler).

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Er ließ bei dem Projekt nie locker und hatte eine ungewöhnliche Idee: Für Bauamts-Chef Johannes Lang war es eigenen Angaben nach unglaublich schwer, in der Region Angebote für das statische Gutachten zu bekommen. Entweder wurde er, wie er im Januar im Gemeinderat berichtete, bei seinen Anfragen vertröstet. Oder gleich ganz ignoriert. Entsprechend geriet das Projekt weiter ins Stocken. Als Götz im Gremium davon erfuhr, sprach er erneut Oberstdorf im Allgäu an – wo es eine Vielzahl von Brücken gibt.

Prüfung der Fundamente ist wichtig

„Ein Anruf kostet nichts“, hatte Götz damals betont. Und einen guten Vorschlag gemacht. Denn Nunn zufolge gab es inzwischen Austausch mit der dortigen Verwaltung, einen Besuch und auch Kontakt zu der Brückenbaufirma, mit der man dort gute Erfahrungen gemacht hat. Diese habe wiederum für die statischen Untersuchungen ihr bevorzugtes Büro, mit dem sie zusammenarbeitet, ins Spiel gebracht. Darum geht es in einem der Angebote. Bei dem zweiten war Bauamts-Chef Lang letztlich mit seinen weiteren Bemühungen erfolgreich. Wenn sich die Verwaltung entscheidet, können die Fundamente in Augenschein genommen werden. Diese Maßnahme ist, wie Nunn betont, Teil des Gemeinderatsbeschlusses. Erst wenn fest steht, ob sie erhalten bleiben können, ist die weitere Planung der neuen Rialtobrücke möglich.

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Für die Ammer-Überquerung selbst wurde immer mit rund 380 000 Euro gerechnet. Der um 40 000 Euro erweiterte Betrag im Haushalt „umfasst den Abbruch und die Baunebenkosten“, erklärt der Bürgermeister.

Er bringt angesichts der großen Summe erneut Fördermöglichkeiten ins Spiel. „Es gibt ein Leaderprojekt zur Nutzung der Ammer“, ruft Nunn in Erinnerung. Bei dem gehe es landkreisübergreifend um verschiedene Aspekte des Flusses. Eben auch den Zugang. Aufgrund der Kooperationen stehen Zuschüsse von bis zu 60 Prozent aus den EU-Geldtöpfen im Raum.

Doch dafür bräuchte es aber nicht nur einfach einen „schnöden“ Neubau, sondern Ideen für einen „Erlebnis-Zugang“. Und, betont Nunn, vor allem zusätzliche Zeit. Aber schon jetzt müsse in seinen Augen „viel zusammenkommen“, dass ein neuer Steg – wie von den Gelben gewünscht – bis zur Passion 2020 steht.

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