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Rückblick auf 2009: Auch vor der letzten Passion besuchten die Hauptdarsteller das Heilige Land.

Mitwirkende aus Oberammergau besichtigen historische Stätten im Heiligen Land

Auf den Spuren Jesu: Hauptdarsteller der Passion reisen nach Israel

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Nur noch gut zwei Monate bis zum Beginn der Proben für die 42. Oberammergauer Passionsspiele: Vorher steht den Hauptdarstellern noch eine außergewöhnliche Reise bevor. 

Oberammergau – Wiespfarrer Gottfried Fellner hat das Land unzählige Male bereist. Wie oft, weiß er nicht mehr genau. 35- oder schon 38-mal? Nicht so wichtig. Wichtig ist ihm vielmehr: „Jeder Christ sollte einmal in seinem Leben, wenn er es irgendwie möglich machen kann, nach Israel reisen. Und wer einmal da war, kommt immer wieder hierher.“ Auf den Spuren Jesu zu wandeln, die christlichen Stätten hautnah erleben – dieses außergewöhnliche Erlebnis steht in Kürze auch den Hauptdarstellern und Sängern der 42. Passionsspiele in Oberammergau bevor. Spielleiter Christian Stückl hat diese Reisen eingeführt, um den Mitwirkenden eine neue, tiefere Sicht auf die jeweilige Rolle zu ermöglichen.

Auf zwei Gruppen verteilt, machen sich die Teilnehmer auf den Weg – die erste vom 29. August bis 5. September in Person der Gesangssolisten und einiger Musiker (19 Personen), die zweite vom 31. August bis 8. September mit den Hauptdarstellern und einigen Medienvertretern (rund 50 Personen). Erstmals mit dabei ist Rochus Rückel, gemeinsam mit Frederik Mayet Jesus-Darsteller bei der Passion: „Ich bin schon sehr gespannt, was uns in Israel erwarten wird. Zum einen von der Landschaft her, denn die hat sich in über 2000 Jahren ja nur wenig verändert. Das heißt, wir sehen das Land so, wie es die Jünger in der damaligen Zeit erlebt haben. Das ist schon aufregend.“

„Ein konkretes Bild vor Augen“

Gut findet es der Student (22) der Luft- und Raumfahrttechnik, dass man auf dieser Reise die anderen Hauptdarsteller besser kennenlernt: „Vielleicht wird im Heiligen Land auch der Grundstein gelegt für ein neues Miteinander, ein Wir-Gefühl.“ Hochspannend findet es Rückel, dass er seine Rolle durch den Aufenthalt in Israel sicher unter einem neuen Blickwinkel sieht: „Ich glaube, dass wir da alle viel mitnehmen können. Wenn man zum Beispiel die Szene am Ölberg spielt, hat man ein ganz konkretes Bild vor Augen. Dadurch wird alles viel anschaulicher, lebendiger.“

Wenn die Oberammergauer Pilger in Kürze aufbrechen, erwartet sie ein straffes, durchgetaktes Programm. Franziska Zankl von der Passions-Geschäftsstelle: „Wir haben einen Partner vor Ort, der alles plant und organisiert. Den religiösen Aspekt dieser Reise übernehmen unsere beiden Ortspfarrer Dekan Thomas Gröner und Peter Sachi, Pastoralreferentin Dr. Angelika Winterer und Thomas Frauenlob, ein Experte aus dem Vatikan.“ Pfarrer Gröner übrigens verbrachte während seines Studiums ein ganzes Jahr im Heiligen Land und war an Ausgrabungsarbeiten in Betsaida nördlich des See Genezareth, der Heimat der Apostel Petrus und Andreas, beteiligt.

Treffen mit Holocaust-Überlebenden Abba Naor

Jeden Tag der Reise ist volles Programm angesagt, die Darsteller werden täglich zehn Stunden und länger unterwegs sein. Stationen sind Caesarea, Nazareth, Jericho, die Festung Masada, Kafarnaum, Totes Meer und natürlich die bekannten Stätten in Jerusalem mit Ölberg, Garten von Gethsemane, Grabeskirche, Klagemauer, Tempelberg, al-Aqsa-Moschee und der Via Dolorosa mit den Kreuzwegstationen. Zwei Nächte verbringt man in einem Kibbutz am See Genezareth, fünf in einem Hospiz.

Auf dem Programm steht auch der Besuch einer Synagoge. Höhepunkte der Fahrt dürften Treffen mit Ex-Botschafter Avi Primor und eventuell auch mit dem jüdischen Holocaust-Überlebenden Abba Naor sowie ein Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem werden. Die Reisenden aus Bayern werden während der neun Tage auch biblische Stätten besuchen, die von Forschern heute als Kategorie 1 eingestuft werden: Hier hat sich Jesus mit größter Wahrscheinlichkeit aufgehalten.

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