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Stolzer Schulleiter mit begabter Schülerin: Otmar Würl und Johanna Fichtl. 

Die spannende Frage für sie: Wo geht‘s hin

Oberammergauerin erhält Stipendium des Bundestags: Jetzt wird ein Traum wahr

Das hat noch keine Schülerin des St.-Irmengard-Gymnasiums geschafft: Johanna Fichtl hat ein Stipendium des Deutschen Bundestags bekommen. Im nächsten Schuljahr beginnt für sie das Abenteuer.

Oberammergau – „Ich habe das Stipendium bekommen!“ Mit dieser kurzen Mitteilung überraschte die Zehntklässlerin Johanna Fichtl den Direktor ihrer Schule, des St.-Irmengard-Gymnasiums, Otmar Würl. Dieser hatte zwar von der besonderen Bewerbung seiner Schülerin gewusst, aber der Umzug der Schule und weitere wichtige Termine hatten das Thema etwas aus seinem Gedächtnis verdrängt. „Wirklich? Das Stipendium des Deutschen Bundestages?“, vergewisserte sich Würl bei Fichtl erst einmal ein wenig ungläubig, um dann aber voller Freude zu gratulieren.

„Es gibt immer wieder Stipendiatinnen an den St.-Irmengard-Schulen, aber ein Stipendium des Deutschen Bundestages, das hat noch keine geschafft“, äußert sich Otmar Würl stolz. „Herr Dobrindt hat mich persönlich angerufen und dazu beglückwünscht“, erzählt Johanna. Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag ist für das Auslandsjahr der Schülerin der persönliche Pate. Die 15-Jährige, die in Kürze ihren 16. Geburtstag feiert, kann es selbst noch gar nicht fassen, dass sie das ganze Bewerbungs-Prozedere mit einem zweistufigen Auswahlverfahren gemeistert hat.

Auf der Suche nach einem Stipendium für ein Schuljahr in den USA – „Meine Mama hat immer so begeistert von ihrem Auslandsjahr erzählt, dass ich das auch machen wollte“ – hatte die junge Oberammergauerin eines Tages einen Flyer mit nach Hause gebracht. „Genau das Richtige, das versuche ich“, beschloss sie. Das Alter stimmte, denn das Stipendium ist ausschließlich für Schüler und Schülerinnen zwischen 15 und 17 Jahren gedacht. Außerdem konnte Johanna mit ihrem Allgemeinwissen, sportlichen Aktivitäten und guten Schulnoten punkten. Unterstützung kam von ihren Lehrern Johann Blöchl, Annette Büsch und Walter Stuprich.

„Was zählt, ist die gesamte Persönlichkeit“, ist im Internet bei den Auswahlkriterien nachzulesen. Auch das passte. Jetzt bleibt für Johanna die Vorfreude, die Spannung, in welchen Bundesstaat, welche Highschool und welche Gastfamilie sie kommen wird. „Aussuchen kann man sich das nicht“, weiß sie. Erwartet wird auch, dass die 299 ausgewählten Jugendlichen als Junior-Botschafter ihres Landes auftreten, vom Leben, den Wertevorstellungen in Deutschland berichten und ihre Berichte ins Jugendportal des Deutschen Bundestags stellen. Zeitgleich werden ebenso viele Schüler aus den USA hier erwartet. 1983, anlässlich des 300. Jahrestages der ersten deutschen Einwanderer in Amerika, hatten der US-Kongress und der Deutsche Bundestag diesen Jugendaustausch, das „Parlamentarische Patenschafts-Programm“, beschlossen. Für Johanna kann’s jetzt gar nicht schnell genug gehen, bis das Schuljahr zu Ende ist und das Abenteuer USA beginnt.

Margot Schäfer

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