Herbert Kieweg (44): Keinerlei Hinweise auf eventuelle Störungen. Foto: hut

Passion 2010: Theater wird vor jeder Vorstellung durchsucht

Oberammergau - "Wir sind gerüstet, die Passionsspiele können kommen": Das sagt Oberammergaus Polizeichef Herbert Kieweg angesichts der Vorkehrungen, die für die Sicherheit von Bürgern und Besuchern getroffen wurden.

Und wieder gilt der Standardspruch: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Wie bei anderen Großereignissen wie Oktoberfest, Fußballspiele oder Staatsbesuche spielt auch bei den Passionsspielen in Oberammergau die Sicherheitsfrage eine wichtige Rolle. Wo Massen oder wichtige Menschen unterwegs sind, ist immer Vorsicht geboten.

Herbert Kieweg (44), seit gut einem Jahr Chef der Polizeistation Oberammergau, wünscht sich daher nichts anderes als „schöne, ruhige Spiele“. Irgendwelche Hinweise darauf, dass es im Zuge der Passion zu Störungen oder gar einem sogenannten Schadensereignis kommen könnte, „gibt es derzeit absolut nicht“. Dennoch hat man in diversen internen Sitzungen und Besprechungen „alle Vorkehrungen getroffen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten“.

Dazu wird die Dienststelle in der Feldiglgasse aufgestockt: Von derzeit acht auf 13 Kräfte. Unterstützung erfährt Oberammergau durch die Kollegen der Inspektion Garmisch-Partenkirchen, durch die Verkehrspolizei und die Bereitschaftspolizei. Von 7 Uhr früh bis ein Uhr nachts ist die „Wache“ besetzt. Kieweg: „Die Erfahrungen aus der letzten Passion haben gezeigt, dass dies ausreicht, und ein Betrieb rund um die Uhr nicht notwendig ist.“

Der Polizeihauptkommissar ist „irgendwie schon gespannt, was auf uns zukommt“; er kann sich aber bei der Arbeit auf langjährige Kollegen aus dem Ort und der Region stützen, die schon mehrere Passionsspiele mitgemacht haben: „Wer weiß, vielleicht müssen wir etliche Besucher auch ihren Heimweg zeigen, wenn sie nach der Vorstellung, wenn 5000 Leute aus dem Theater strömen, keine Orientierung mehr haben, wo es langgeht.“

Präsenz zu zeigen an den Spieltagen ist für Herbert Kieweg ein bedeutender Faktor. Außerdem werden das Theater, Bühne und Orchestergraben vor jeder Aufführung nach verdächtigen Gegenständen durchsucht. Dazu bedient man sich auch des Spürsinns von Polizeihunden. Größere Gepäckstücke müssen die Besucher vor dem Einlass ohnehin abgeben.

Jetzt freut sich der Bad Bayersoier, „dass es bald losgeht“. Es sei eine reizvolle und interessante Aufgabe, hier dabei sein zu können. Übrigens: Haarige Zeiten gibt es diesmal bei der Ammergauer Polizei nicht. 2000 trugen die Kollegen Klaus Stanek und Martin Eitzenberger lange Haare und Bärte, weil sie im Volk mitspielten. Jetzt schauen sie „ganz normal“ aus: Eitzenberger und Anton Miller tun Dienst bei der Passionsfeuerwehr und Stanek singt im Hintergrundchor. Da ist Rasieren erlaubt.

(hut)

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