Walter Rutz legte dem Gemeinderatdie Kostenaufstellung vor.

Werkleiter präsentiert Inszenierungskosten

Passion 2020: Teure Kostüme

  • Ludwig Hutter
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Für die Inszenierung der abgesagten Passion 2020 in Oberammergau wurden bisher 5,7 Millionen Euro ausgegeben. Dies gab Werkleiter Walter Rutz im Gemeinderat bekannt.

Oberammergau – Werkleiter Walter Rutz ist sicher: „Wir wären mit dem aufgestellten Budget hingekommen.“ Und alle Planungen in Oberammergau waren Anfang des Jahres noch auf das eine große Ziel – die Passion – ausgerichtet. Ehe dann ab April mit jedem Tag die Hoffnungen schwanden, die Großveranstaltung könnte tatsächlich noch über die Bühne gehen. Vor dem Gemeinderat präsentierte Rutz nun eine detaillierte Aufstellung der Inszenierungskosten der Passion mit Stand vom 31. Mai 2020. Dies hatte in einer zurückliegenden Sitzung vor allem die Fraktion der Parteilosen Wählergemeinschaft um Ludwig Utschneider gefordert. Dem kam der Werkleiter jetzt nach.

Die Zahlen: Bis zum genannten Stichtag hatte man 5,77 Millionen Euro ausgegeben. Das genehmigte Budget vom Juni 2018 belief sich auf exakt 7 055 726 Euro, so dass die „freie Spanne“ bei 1,28 Millionen Euro lag. Zur Erinnerung erwähnte der Werkleiter, dass man beim Budget von 2000 auf 2010 einfach um 25 Prozent aufgeschlagen habe; die Kostensteigerung auf 2020 habe bei 16,9 Prozent gelegen. Übrigens gab es 2010 überhaupt erstmals ein festes Budget für die Passionsspiele. Vorher existierten keine konkreten Kostenpläne für die Ausgaben der jeweiligen Inszenierung.

Zurück zum 20-er Passion: Hier schlugen die bisherigen Personalausgaben mit 2,46 Millionen Euro zu Buche (Plan 2,01 Millionen). Für das Bühnenbild fielen 655 000 Euro an, 169 000 weniger als vorgesehen. Die Position Bühnenmaler (Gage/Mieten) lag mit 674 800 Euro deutlich über dem Ansatz von 450 000 Euro. Ebenso die Kostüme – hier flossen 913 000 Euro an Aufträgen gegenüber einem kalkulierten Satz von 600 000 Euro. Hierzu berichtete Michael Fux „aus der Gerüchteküche“, wonach es bei den Volksgewändern Maßanfertigungen gegeben haben soll. Dem widersprach Rutz. Wohl hätten die Gewänder aus mehreren Lagen bestanden. Zum Einwand von Fux, dass und wie auch eine Schneiderei aus Hamburg involviert gewesen sei, konnte der Werkleiter nichts sagen.

Ganz erhebliche Einsparungen gab es in den Bereichen Licht und Ton, jeweils mit 800 000 Euro angesetzt. Für’s Licht gab man lediglich 274 000 Euro aus, für den Ton bislang nur 42 241 Euro. Dies lag jedoch daran, dass die Kosten für den Einbau und die Umsetzung (Mikroports) noch ausständig waren. Unter dem Ansatz blieb man auch bei der Solisten-/Instrumentalausbildung und der Sprecherziehung (27 000 Euro, geplant 135 000 Euro). Von der „Reserve“ in Höhe von 600 000 Euro wurden bisher 100 000 Euro verbraucht.

In der an den Vortrag von Walter Rutz anschließenden kurzen Debatte hatte Kristina Rupprecht (BIO) mehrere Nachfragen – dass doch die Bühne noch nicht ganz fertig sei oder in der Schneiderei noch einiges zu tun sei. Die bohrenden Fragen Rupprechts konterte Rutz mit den Worten „Was willst Du von mir hören, Kristina?“ Auf Nachfrage von Michael Fux versicherte der Werkleiter: „Die Entscheidung, die Passion auf 2022 zu verschieben, war für uns mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden. Wir sind aus allen Verträgen gut herausgekommen. Wir haben für nichts bezahlt, was wir nicht auch in Anspruch genommen hätten.“ Ludwig Utschneider (PWG) zeigte sich zufrieden mit dem Bericht („Eine vernünftige Sache, wir haben uns innerhalb des Budgets bewegt“). Als „problematisch“ bezeichnete er jedoch den deutlichen Anstieg bei den Personalkosten.

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