Szene aus den Passionsspielen in Oberammergau
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2022 finden die weltberühmten Oberammergauer Passionsspiele wieder statt.

Entlastung des Budgets

Passion in Oberammergau 2022: CSU will Teilnahme-Regeln prüfen lassen

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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2020 fielen sie Corona zum Opfer. 2022 sollen die Passionsspiele in Oberammergau endlich wieder stattfinden. Doch wenn es nach der CSU geht - mit lockereren Regeln.

Oberammergau - Bei den Passionsspielen auf der Bühne zu stehen, im Hintergrund mitzugestalten, dem Chor oder Orchester anzugehören, empfinden die Oberammergauer als Ehre. Doch dieses Engagement überhaupt möglich zu machen, ist für die Darsteller oft gar nicht so einfach.

„Wir müssen erkennen, dass die Vereinbarkeit zwischen den individuellen Lebenssituationen immer herausfordernder wird“, heißt es in einer Pressemittelung der CSU-Fraktion im Gemeinderat, gezeichnet von Simon Fischer. Für einige werde eine Mitwirkung dadurch zu einer unüberwindbaren Hürde.

Alter, Job, Studium, Familie, Gesundheit – alles Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Viele können zum Beispiel während der Passion ihrer Arbeit nicht mehr in vollem Umfang nachgehen. Beruflich teilweise problematisch, aber auch finanziell. Schon im Vorfeld der letztlich verschobenen Passion 2020 mussten Berechtigte schweren Herzens auf ihre Teilnahme verzichten. Das will die CSU-Fraktion künftig verhindern. Am heutigen Montag steht ihr Antrag auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Das Ziel: das Mitwirkungsrecht zu flexibilisieren – und somit Jung und Alt zu einer gewissen Erleichterung zu verhelfen.

CSU möchte Anwesenheitspflicht von 80 Tagen auf 50 herunterschrauben

Zahlreiche Kriterien existieren, wann sich jemand bei dem Gelübdespiel beteiligen darf. Über 100 Aufführungen warten. An mindestens 80 Spieltagen besteht für die Mitwirkenden Anwesenheitspflicht. Der Casus knaxus. Den Christsozialen schwebt vor, diese Zahl auf 50 herunterzuschrauben. „Wir möchten erreichen, dass durch die freiwillige Reduzierung eine Mitwirkung für diesen Personenkreis wieder attraktiver wird“, teilt Fischer mit.

Die Zeit drängt. Zu Beginn des kommenden Jahres werden die Teilnehmer für die Passionsspiele in Oberammergau 2022 erfasst. Das heißt, man eruiert, ob die bereits für 2020 zugeteilten Rollen Bestand haben. Bis dahin soll der Vorschlag geprüft sein.

Aus Sicht der Fraktion würden dadurch viele der sozialen und persönlichen Härten verringert werden sowie „das Dorfleben generationsübergreifend nachhaltig profitieren“. Darüber hinaus könnten sich für Spielleiter Christian Stückl und sein Team die Möglichkeit ergeben, die Zahl der Mitwirkenden auf der Bühne zu entzerren. Falls dies gewünscht sei. Zum Beispiel bei den Volksszenen und Lebenden Bildern.

Oberammergauer Gemeinderat berät über den Antrag

Die CSU glaubt, damit weitere potenziell-positive Effekte zu erzielen. Bei einer nennenswerten freiwilligen Reduzierung seitens der Mitwirkenden – bei gleichzeitig stabiler Gesamtzahl – könnten am Ende Einsparungen beim Passionsbudget drin sein. Ohne die Inszenierung negativ oder qualitativ zu beeinträchtigen. Für 2020 beliefen sich die Honorarausgaben inklusive Sozialversicherung und weiterer Abgaben für alle Beteiligten auf rund 25 Millionen Euro (wir berichteten). Aber auch für diese selbst wären finanzielle Verbesserungen denkbar, heißt es in der Pressemitteilung – „aufgrund steuerrechtlich vorteilhafterer Beschäftigungsformen“.

Mit dem Antrag der CSU-Fraktion beschäftigt sich der Gemeinderat Oberammergau in seiner Sitzung am heutigen Montag um 19 Uhr im Ammergauer Haus (Saal). Auf dem Programm steht zudem die Bildung eines Ferienausschusses. Außerdem setzen sich die Kommunalpolitiker mit dem Bauordnungsrecht, konkret mit der Änderung des Abstandsflächenrechts, auseinander.

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