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Kulturelles Glanzstück: die Passion in Oberammergau.

Ministerbesuch in Oberammergau  

Passion: UNESCO-Feier mit Verspätung

Eigentlich stehen die Oberammergauer Passionsspiele schon seit drei Jahren im Bayerischen Landesverzeichnis für das immaterielle Weltkulturerbe. Nun wird das offiziell gefeiert – samtMinisterbesuch imPassionstheater.

Oberammergau – Seit 2003 gibt es nicht nur ein UNESCO-Weltkulturerbe in Form von bekannten Stätten und Orten. Seit dem Jahr unterstützt die Organisation auch den Schutz von immateriellen Kulturformen. In Deutschland führt die hiesige UNESCO-Kommission eigene Landeslisten, auf denen Vorschläge gesammelt werden. Die Ehre eines Eintrags ist den Oberammergauer Passionsspielen bereits 2014 zuteil geworden. „Nun bekommen wir dafür ein Messingschild“, sagt Oberammergaus Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei). Zur offiziellen Übergabe, bei der der Eintrag in die Bayerische Landesliste nachträglich gefeiert wird, kommt Dr. Ludwig Spaenle (CSU), Bayerns Minister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, am Dienstag, 1. August, ins Passionstheater.

Ein Termin, der ursprünglich für vergangenes Jahr angesetzt gewesen war, dann aber verschoben wurde. Gleiches hat sich im Mai dieses Jahr wiederholt. Nun gibt es grünes Licht für die kleine Feierstunde, an der auch die Passionsspielleiter Christian Stückl und Abdullah Karaca, Frederik Mayet in Personalunion als Pressesprecher der Passionstheater GmbH und ehemaliger Jesus-Darsteller sowie Werkleiter Rutz teilnehmen. Natürlich wurde zudem umfassend Vertreter der Politik auf Orts- und Landkreiseebene eingeladen.

Neben dem offiziellen Programm möchte Nunn den Ministerbesuch nutzen, um diverse Themen anzusprechen. Zum Beispiel die Tatsache, dass es keine Förderung für die umfassenden Sanierungsarbeiten im Passionstheater gibt. Mindestens fünf Millionen Euro nimmt die Gemeinde über ihren Eigenbetrieb Kultur dafür in die Hand. Ursprünglich hatte sie auf Hilfe vom Freistaat gehofft. Doch die sei nur über die Städtebauförderung in begrenztem Maße machbar. Ein Sondertopf für mehr Unterstützung müsste er geschaffen werden. Und danach sieht es nicht aus.

Damit ist auch die Idee, eine unterirdische Ausstellung unter dem Foyer zu bauen, begraben wurden. Vorerst. Ganz aktuell habe sich Nunn zufolge gezeigt, dass die notwendigen Bauarbeiten am Foyer weniger gravierend ausfallen wie befürchtet. Die Schäden tangieren nicht die Statik. Und bis zu nächsten Passion würde es mit der Umsetzung der Ausstellungsidee ohnehin zeitlich nicht mehr reichen. Trotzdem steht das Thema auf Nunns Liste, wenn er Spaenle am Dienstag trifft. Schließlich ist es auf lange Sicht nicht geklärt, wie die Gemeinde zwischen den Gelübdespielen ihre Passion präsentiert. Vor allem mit Blick auf das weitere Bestreben in puncto UNESCO. „Uns geht es darum, auf die Liste zu kommen“, sagt Nunn. Auch wenn er weiß, dass das internationale Auswahlverfahren schwierig ist.

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