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Begehrte Rollen bei der Passion: Rottler und Römer, hier bei der Kreuzigungsszene 2010.

Wer spielt Jesus, Judas und Maria? 

Passionsspiele 2020: Das Casting beginnt schon jetzt

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Wer spielt in der Passion 2020 mit? Bis zum Meldeschluss dauert es noch. Doch Spielleiter Christian Stückl geht jetzt schon mit wachen Augen durchs Dorf. Das Casting beginnt. 

Oberammergau – Keine Frage: Es wird wohl der spannendste (und vielleicht auch wichtigste) Tag im kommenden Jahr in Oberammergau – der 20. Oktober 2018. An diesem Samstag werden nach alter Sitte vor dem Passionstheater kunstvoll jene Namen heimischer Bürger mit Kreide auf eine große grüne Tafel geschrieben, die bei den nächsten Passionsspielen eine Hauptrolle erhalten. Danach stehen sie tatsächlich fest, die Jesus-, Judas-, Marien- und Pilatus-Darsteller.

Noch werden bis dahin elf Monate ins Land ziehen, doch Passions-Spielleiter Christian Stückl fängt nach eigenen Worten langsam schon damit an, mit wachen Augen durchs Dorf zu gehen, wer vielleicht für welche Rolle in Frage kommen könnte. Das Casting beginnt. „Spätestens beim Sommertheater nächstes Jahr muss ich Leute ausprobieren.“

Erst 170 Personen haben Mitwirkungserklärung unterschrieben

Bis dahin freilich müssen die Bürger des Dorfes überhaupt erst einmal ihr Interesse bekunden, 2020 mitwirken zu wollen, ob im Spiel, im Orchester, im Chor, beim technischen Personal, bei der Feuerwehr, in der Garderobe und so weiter. Bis gestern hatten erst 170 Personen die Mitwirkungserklärung ausgefüllt und abgegeben. Nervös werden deswegen die Verantwortlichen aber nicht. Werkleiter Walter Rutz: „Meldeschluss ist erst am 31. März nächsten Jahres, das sind noch viereinhalb Monate.“ Entsprechende Formulare mit allen wichtigen Infos zur Mitwirkung und den Bögen zum Ausfüllen liegen im Ammergauer Haus und im Pilatushaus aus oder können über die Gemeinde-Homepage heruntergeladen werden.

Einen anderen, wichtigen Termin sollten alle Interessierte an einer Mitwirkung 2020 ebenfalls im Blick haben: Bis zum 1. Januar 2018 muss der Hauptwohnsitz auf Oberammergau lauten. Davon ausgenommen sind nur Auszubildende und Studenten, die nachweislich ihren ersten Wohnsitz nicht nach Oberammergau verlegen können. Gut 3000 Bürger des 5300-Seelen-Orts werden nach der Einschätzung von Stückl und Rutz mitwirkungsberechtigt sein, mit etwa 2000 ausgefüllten Erklärungen rechnet der Spielleiter. Werden es mehr, muss in Gruppen eingeteilt werden, wie 2010 bei den Kindern.

103 Aufführungen sind vorgesehen 

Berechtigt, mitzuspielen oder mitzusingen, sind laut Gemeinderatsbeschluss alle Bürger, die seit Geburt oder mindestens 20 Jahren ihren Hauptwohnsitz in Oberammergau haben. Mit Ausnahme aller Kinder. Anmelden müssen sich Jugendliche, die vor dem 16. Mai 2004 geboren sind. Mitspielberechtigt sind darüber hinaus alle, die am Tag der Premiere, dem 16. Mai 2020, noch 17 Jahre alt und jünger sind, egal, wie lange sie schon hier wohnen. Ferner hat der- oder diejenige Spielrecht, der/die es schon einmal besessen hat. Ausnahmen vom Wohnort Oberammergau sehen die Mitwirkungsbestimmungen insofern vor, als dass im begründeten Einzelfall nichtspielberechtigte Personen die Mitwirkung erlaubt werden kann, „wenn dadurch eine Steigerung der Leistung für Spiel, Musik und Chor erreicht wird“ oder für Aufgaben im technischen Bereich.

103 Aufführungen sind bei der nächsten Passion vorgesehen. An mindestens 80 Spieltagen besteht für die Mitwirkenden Anwesenheitspflicht; möglich ist auch nur nachmittags oder abends. Interessierte können in der Erklärung Rollenwünsche äußern. Auch wer noch nie Theater gespielt hat und gerne mit dabei wäre, kann sich melden. Dafür startet in Kürze ein Vorsprechen. Dass es zuviel werden, hofft Christian Stückl nicht: „2000 sind noch machbar, aber irgendwann ist die Bühne halt voll, und dann geht nichts mehr.“

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