Ein temporäres gastronomisches Gebäude aus Holz soll während der Passionsspiele vor dem Theater entstehen.

Aufenthaltsqualität soll für die Besucher 2020 erhöht werden

Gastro-Stadel am Passionstheater geplant

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4500 Besucher pro Spieltag erwartet Oberammergau bei den Passionsspielen im Jahr 2020. Die sollen gut verköstigt werden . . .

Oberammergau – Auf verschiedenen Ebenen laufen derzeit die Vorbereitungen für das Mega-Ereignis Passionsspiele 2020 in Oberammergau. Ein Thema, mit dem sich der Gemeinderat bislang ausschließlich in nicht-öffentlicher Sitzung beschäftigt hat, betrifft die Gestaltung beziehungsweise Aufteilung des Vorplatzes vom Passionstheater: Neben Info-Stand, mobilen Toiletten und Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung wird derzeit auch diskutiert, ob gegenüber dem Haupteingang des Theaters ein großer, auf- und abbaubarer Gastronomiebereich entstehen soll. Bürgermeister Arno Nunn bestätigte auf Anfrage, dass es solche Überlegungen gibt, vor, in der Pause und nach den Aufführungen ein gastronomisches Angebot für die Besucher einzurichten. Dabei soll es sich jedoch nur um „eine kleine Küche“ handeln, sprich um Getränke, Kaffee, Kuchen und Fingerfood: „Wir wollen keineswegs eine Konkurrenz zur Gastronomie im Ort oder zu den Essensgebern schaffen. Es soll ein zusätzliches Angebot, ein Service sein.“

Nach den derzeitigen Planungen ist ein temporäres, überdachtes Gebäude aus Holzbauteilen im Gespräch, das sich fast über die gesamte Breite des Passionstheaters erstreckt. Dieses soll etwa 200 Personen Platz bieten. Werkleiter Walter Rutz meint ergänzend: „Nach dem neuen Sicherheitskonzept sollen die Zuschauer etwa eine Stunde vor Beginn der Aufführung am Theater sein. Ihnen wollen wir mehr Aufenthaltsqualität bieten, um die Zeit mit einem Getränk oder einem kleinen Snack zu überbrücken. Darüber hinaus soll rund ums Theater auch eine Reihe von Sitzgelegenheiten geschaffen werden.“

Wird der Holzbau in seiner vorgesehenen Größe verwirklicht, müssten vor dem Passionstheater ein oder zwei große Bäume gefällt werden. Rutz: „Einer davon ist ohnehin in keinem guten Zustand mehr.“ Fixiert und beschlossen ist noch nichts, das soll in Kürze der Gemeinderat tun. Eine nicht-öffentliche Sitzung gab es bereits. Dort kam man zu keiner einvernehmlichen Lösung. „Bauchschmerzen“ hatte die Fraktion der Freien Wähler vor allem deswegen, „weil eine Reihe von Informationen nicht vorlagen“, wie deren Sprecher Ludwig Utschneider bemängelt: „Wir sollten auch noch darüber diskutieren, ob man das Ganze nicht kleiner dimensioniert oder eventuell freie Ladenflächen anmietet. Auch ist bisher die Kostenfrage nicht in allen Punkten geklärt, zum Beispiel, mit welchen Ausgaben beim Auf- und Abbauen oder beim Einlagern des Holzbaus zu rechnen ist.“

Thematisiert werden soll das Ganze wieder in einer Gemeinderatssitzung, die in Kürze stattfindet. Dazu Bürgermeister Nunn: „Wir sind gerade dabei, alle relevanten Informationen zusammen zu tragen.“ Die Frage wird sein, ob das Gremium öffentlich oder hinter verschlossenen Türen tagt. Der Rathauschef hätte „kein Problem damit“, Zuhörer zuzulassen, „denn ich diskutiere gerne öffentlich“. Wenn indes gewisse Regularien (Preisangaben, Ausschreibungen) dem entgegenstehen, könnte es auch ein Fall für Nicht-Öffentlichkeit werden. „Rein politisch“, so Nunn, „ist es immer besser, die Sitzung öffentlich zu machen“. Dies ist dann freilich auch immer eine Plattform für die eine oder andere Fensterrede. Man darf gespannt sein, zu welchem Modus man sich durchringt.

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