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Im Fokus der Kameras: die Hauptrollen-Verkündung bei der Spielerwahl. Wie 2010 wird es einen Film zur Passion 2020 geben. 

Material für alle Kanäle

Passionspiele Oberammergau: Auch 2020 gibt es eine Langzeit-Doku 

144 Minuten voller Gänsehaut-Momente: Das hat vor zehn Jahren die Passions-Dokumentation von Jörg Adolph den Oberammergauern geschenkt. Auch diesmal wird gefilmt. Gleich mehrere Teams sind unterwegs.

Oberammergau – Die Zeiten ändern sich. Socialmedia – Plattformen wie Facebook und Instagram, Online-Kanäle wie Youtube – gehören heute dazu, wenn man alle Kunden-, Ziel- und Altersgruppen erreichen will. Das wissen auch die Verantwortlichen bei der Oberammergauer Passionsspiele GmbH und haben reagiert. Mit Blick auf die Passion 2020 wird es ein Team geben, das alle Geschehnisse dokumentiert und somit Filmmaterial liefert.

Behandelt wurde diese Entscheidung hinter verschlossenen Türen im Gemeinderat. Im Werkausschuss hat Zweiter Bürgermeister Eugen Huber (Mit Augenmaß) den Beschluss dann öffentlich gemacht. Der Auftrag ging an Ralf Bücheler und Johannes Rosenstein. Ihre Arbeit wird verschiedene Ziele haben, wie Passions-Pressesprecher Frederik Mayet erklärt. „Alles soll umfassend archiviert werden“ – lautet eines. In diesem Punkt gibt es mit Blick auf die Vergangenheit nämlich große Unterschiede. Während aus der Zeit vor 100 Jahren viel Material vorliegt, sieht es Mayet zufolge bei den 1970er, 1980er und 1990er Jahren eher mau aus.

Die Filme, die jetzt entstehen, sind aber nicht nur fürs Archiv gedacht, sondern für die modernen Kommunikationskanäle „Da brauchen wir für alle Formate etwas.“

Bereits jetzt gibt es einen 3:19-Minuten langen Clip im Internet, der viel Lust auf mehr macht. Regisseur Alexander Saran wirbt damit für seine Langzeit-Dokumentation, die er im Auftrag des Fernsehsenders Arte und des Bayerischen Rundfunks (BR) macht. 90 Minuten sind eingeplant, in denen Saran die Geschichte der Passion 2020 erzählt. „Er wird uns die nächsten Jahre begleiten“, sagt Mayet. Der Jesus-Darsteller von 2010 und 2020 weiß, was dabei auf ihn und alle Mitwirkenden zukommt.

Denn bereits vor zehn Jahren gab es ein ähnliches Filmprojekt. Unter dem Titel „Die große Passion“ hatte Jörg Adolph für den BR den Film gedreht, der im Kino zu sehen war, im Fernsehen lief und heute auf DVD erhältlich ist. Mayet zufolge ging es Adolph dabei hauptsächlich ums Beobachten. Sarans Arbeit sei eine andere. Es gebe mehr Interviews und mehr Kommentierung.

Im Vorfeld des Gelübdespiels 2010 war auch Andreas Bönte, Programmdirektor beim Bayerischen Fernsehen, im Oberammergauer Gemeinderat vorstellig geworden. Und hat eine Absage kassiert. Das Bayerische Fernsehen wollte die Inszenierung aufzeichnen und komplett zeigen. Für die Dreharbeiten hätte es vier zusätzliche Aufführungen gebraucht – was schon einmal keine Begeisterung hervorrief.

Das Filmen der Passion wäre ein absolutes Novum in der damals 376-jährigen Geschichte der Tradition gewesen. Fast schon mit einem Tabubruch gleichzusetzen. Damals wurde der Antrag des Bayerischen Fernsehens mit 14:6 Stimmen abgelehnt. Für 2020 ist eine solche TV-Aufzeichnung laut Mayet bislang kein Thema. „Uns liegt keine Anfrage vor.“

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