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Die „Geierwally“ ist das erfolgreichste Stück von Autorin Wilhelmine von Hillern.

Premiere am 13. Juli

2800 Karten für die „Geierwally“ bereits verkauft

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Sie gehen weg wie warme Semmeln. Schon jetzt ist das erste Kartenkontingent für die Freilichtinszenierung des berühmten Werks bereits vergriffen. Möglicherweise gibt es aber Zusatzvorstellungen.

Oberammergau – Es ist irgendwie auch ein Oberammergauer Stück. Eines, das eine ungeheure Popularität erreicht hat: Übersetzt in elf Sprachen, fünf Verfilmungen, eine Musical-Version und natürlich viele Freilicht-Inszenierungen von Profi- und Laienbühnen. Wilhelmine von Hillern, eine deutsche Schriftstellerin, die von 1836 bis 1916 lebte, ist die Autorin der „Geierwally“ – ihr erfolgreichstes Stück, das sie 1875 schrieb. Von 1883 bis 1911 lebte von Hillern in Oberammergau, nach ihr ist noch heute das sogenannte Hillernschlösschen in direkter Nachbarschaft zum Gesundheitszentrum benannt.

Was lag also näher, als diesen Klassiker eines dramatischen Heimatromans auch vor großer Kulisse in Oberammergau aufzuführen? Regisseur Abdullah Karaca, der beim Kultur- und Theatersommer 2015 schon „Romeo und Julia“ inszeniert hat, konfrontierte mit dieser Idee seinen Mentor Christian Stückl, der auch gleich begeistert war. So wird dieses Drama um eine junge Außenseiterin, die mit einem gezähmten Geier in der Berg-Einsamkeit lebt und mit ihrer Familie und ihrem Dorf gebrochen hat, beim diesjährigen Theatersommer insgesamt achtmal dargeboten. Premiere ist am 13. Juli.

Abdullah Kenan Karaca inszeniert die „Geierwally“ im Sommer. 

Gespielt wird auf einer Freilichtbühne am Fuße des Labers – am sogenannten Pflanzgarten oberhalb der Laberbahn-Talstation. Das Publikum sitzt im Trockenen, nämlich in der großen Hackschnitzelhalle der Privatwaldgemeinschaft, wo 400 Zuschauer Platz finden werden. Mit von der Partie ist auch Kofelgschroa, das für die Musik sorgen wird.

Offenbar trifft dieser historische Stoff den Geschmack des Publikums, denn sämtliche Karten, die bisher in den Vorverkauf gingen, sind schon weg – 2800 an der Zahl. Frederik Mayet, Geschäftsführer der Passionstheater GmbH, bestätigt diesen Run auf die Tickets: „Wir überlegen gerade, ob wir die Kapazität pro Vorstellung auf 450 Plätze erhöhen. Außerdem könnte es ein oder zwei Zusatzaufführungen geben, aber das müssen wir erst mit den Darstellern besprechen.“

Denn die Hauptrollen sind bislang noch nicht vergeben. Abdullah Karaca hat gerade erst am Volkstheater in München die Proben für die Produktion „Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten!“ abgeschlossen, und will sich nun intensiv mit der „Geierwally“ befassen. Bis Mitte Mai soll dann auch feststehen, wer welche Rolle spielt. Wieder werden nur einheimische Darsteller auf der Naturbühne agieren. Besondere Spannung verspricht die Entscheidung, wen Karaca für die Hauptrolle auswählen wird. Darüber darf nun im Dorf gerätselt werden.

Auch sonst stellt der Aufführungsort die Organisatoren von der GmbH vor Herausforderungen. Frederik Mayet: „Da oben ist eigentlich nichts. Wir müssen für das Schauspiel alles einrichten und aufbauen, von Toiletten über Catering, Parkplätze bis hin zu einem Bühnenbild, Licht und Strom. Das ist schon ein anderer Aufwand wie beim Passionstheater.“

Kartenwünsche

für die „Geierwally“ können derzeit nicht befriedigt werden. Bis Mitte Maisoll feststehen, ob und wann Zusatzvorstellungen stattfinden. Darüber will die Passionstheater GmbH zeitig informieren. Kartenpreise: 17, 28 und 34 Euro.

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