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Gespenstisch: Wilhelm Tell wagt zum ersten Mal, sich gegen den habsburgischen Landvogt Gessler und seine Soldaten aufzulehnen.
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Nicht gerade zimperlich gehen die Häscher des Landvogts gegen Aufständler vor – hier wird einer mit Kot beschmiert und mit Federn beworfen.
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Wegen einer Bagatelle wird Wilhelm Tell in Gewahrsam genommen.
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Zwiespalt: Wilhelm Tell (Rochus Rückel) mit Frau (Sophie Schuster).
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Parallele zu Klaus Kinski: Andreas Richter (M.) als Landvogt Gessler.
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Die Kantone verbünden sich: Frederik Mayet (l.) als Stauffacher und Walter Rutz (r.) – spielt einen Pfarrer.

Christian Stückl inszeniert Schillers Drama im Oberammergauer Passionstheater

Premiere von „Wilhelm Tell“: Aufwärmprogramm für die Passion 

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Zwischen Rütlischwur und Freiheitskampf, eidgenössisches Mythos-Stück auf der Freilichtbühne in Oberammergau. Christian Stückl inszeniert Wilhelm Tell – Warmlaufen für die Passion.

Oberammergau – 1800 gebannte Blicke, Dramatik zum Greifen, das Schweigen der Zuschauer. Vater und Sohn, eine Armbrust, ein Apfel. Es ist die Szene, die alle fesselt. Das ist Tell. Sekunden später liegt der Apfel am Boden. Der Bub? Unversehrt. Großes Theater, mal wieder. Der Auftakt zum Kultur- und Theatersommer 2018 in Oberammergau mit Schillers „Wilhelm Tell“ gerät zum fulminanten Unterhaltungsstück. Wieder stellt dieser Ort voller Leidenschaft, Spielkunst und Freude am Agieren eine Aufführung auf die Beine, die es in dieser Dimension in der ganzen Republik wohl nur im Dorf der Passionsspieler gibt.

Eine Mega-Bühne, reserviert für ein „Alle-zehn-Jahre-Ereignis“. Das war lange Zeit so. Erste vage Versuche (und Pleiten mit Fremd-Veranstaltern) ebneten den Weg für ein Projekt, das Christian Stückl, Markus Zwink und Stefan Hageneier zum Erfolgsmodell ausbauten. Inzwischen nicht mehr wegzudenken. Von König David über Shakespeare, Moses bis zur Oper. Hohe Kunst. Und eine wichtige Schule – für die Passion. 2019 das Pestspiel, dann ist es schon wieder soweit. Die Begeisterung am Schauspiel, an Musik und Gesang ist ungebrochen in diesem Ort, die Leistung verdient höchste Achtung, und doch sind die Mitwirkenden alles Laien, die mit ihren Talenten Staunenswertes vollbringen und zur Hochform trainiert werden.

Dieses Sommer-Theater steht unmittelbar im Fokus der Passion, denn schon am 20. Oktober muss der Spielleiter die Hauptdarsteller des Gelübdespiels benennen. Einige (Junge) aus dem Tell werden sich in der 2020-er Spielerliste wiederfinden – keine Frage. Der Fundus ist reich bestückt. Die Aufführungen alljährlich in Oberammergau haben sich auch längst ein Stammpublikum, das bis München und darüber hinaus reicht, erspielt. Die guten Verkaufszahlen sprechen für sich. Dass es bei all diesen positiven Eckpfeilern an Events der Muse auch Kräfte gibt, die an den Mauern zu rütteln versuchen, mag Außenstehende verblüffen. Pro und Contra gehört zu Oberammergau wie die Ammer und der Kofel. So werden auch manche nicht einstimmen in den Lobgesang der Tell’schen Darbietung. Was legitim ist. Kritik ist ein Teil des großen Ganzen in diesem theatersüchtigen Dorf.

Auf einen Blick

Termine: 20./21. Juli und 3./4. und 10./11. August, jeweils 20 Uhr, Passionstheater

Karten:Telefon 08822/945 88 88 und www.passionstheater.de

Preise: 19/29/39 und 49 Euro

Ferner: Der Brandner Kaspar 12./13. Juli, Heimatsound-Festival 27./28. Juli

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