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Asbest-Platten im Dach

Passionstheater: Sanierung startet im Herbst

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Oberammergau – Sofort nach dem Kultursommer beginnen die Arbeiten im Zuschauerraum des Passionstheaters. Dort muss ein teures Gerüst aufgestellt werden.

Tagesordnungspunkte ohne jede Diskussion durchzuwinken, wie es am Mittwochabend im Oberammergauer Gemeinderat der Fall war, ist so selten wie ein Edelweiß in den Tropen. Dieser einmalige Vorgang passierte im katholischen Pfarrsaal, wo sich das Ratsplenum mangels anderer geeigneter Räumlichkeiten zur Beratung und Beschlussfassung über diverse Anträge zurückgezogen hatte. Die plötzliche „Sprachlosigkeit“ des Gremiums hatte wohl ihre Ursache darin, dass der zu beschließende Punkt alternativlos auf den Weg gebracht werden muss.

Thema war der Austausch der Brandschutzplatten an der Decke der Zuschauerhalle im Passionstheater. Das günstigste von mehreren Angeboten lag bei 63.700 Euro brutto. Damit verbunden – weil absolut notwendig – ist die Aufstellung eines großen Gerüsts, wofür eine stolze Summe zu berappen ist – über 356.000 Euro. Beide Beschlussvorschläge segnete der Gemeinderat dann ohne Gegenstimme und ohne Diskussion ab.

„Die Platten müssen einfach raus“ – auf diesen einfachen Nenner brachte Bürgermeister Arno Nunn die Sachlage zum Ausbau der Platten. Zum einen entspreche die Befestigung nicht mehr dem heutigen Standard, außerdem seien die Tafeln asbesthaltig. Bereits 2012 hatte die Gemeinde diese Situation im Passionstheater mit Fachfirmen besprochen und Angebote zum Ausbau und zur Entsorgung eingeholt. Die Arbeiten wurden dann aber zurückgestellt. Im Zuge der bevorstehenden Generalsanierung des Passionstheaters, die unmittelbar nach dem Kultursommer beginnen wird, griff das Bauamt das Vorhaben nochmal auf und bat die Firmen, die seinerzeit Angebote abgegeben hatten, ihre Vorgaben zu aktualisieren. Als günstigster Bieter erhielt am Mittwoch die Firma epox Entsorgungs GmbH aus Schrobenhausen den Zuschlag mit einer Brutto-Summe von 63 688,80 Euro.

Bauamt-Mitarbeiter Bernd Sedlmaier erläuterte, dass der Ausbau der Platten „sehr aufwändig“ sei: „Die Teile dürfen nicht so einfach auf den Boden geworfen werden, sondern müssen oben unter der Decke in 28 Metern Höhe verpackt und als Pakete mit Vorsicht abgelassen werden. Die Staubpartikel, die beim Ausbau entstehen, werden über eine Absauganlage gebunden.“ Angesichts des komplizierten und zeitintensiven Vorgangs erschienen den Gemeinderäten die dafür entstehenden Kosten noch moderat.

Dagegen mussten sie beim zweiten Ausgabeposten die Stirn schon mehr runzeln: Unter fünf Angeboten machte die Firma Huber Gerüstbau aus Dietramszell mit einem Preis von 356 272 Euro das günstigste Angebot für ein Arbeitsgerüst in der Zuschauerhalle. Dazu Sedlmaier: „Das ist natürlich ein ordentlicher Batzen, aber die Halle hat auch eine stattliche Größe. Und ohne Gerüst könnte man die Platten nicht ausbauen. Es bleibt uns also nichts anderes übrig.“ Es sei geplant, dass das Hauptgerüst im September aufgebaut werde. Im Anschluss an den Ausbau könnte das Gerüst auch noch dazu genutzt werden, akustische Elemente in die Decke einzubauen.

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