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Pater Binoy Parakkada stammt aus der indischen Provinz Kerala.

Seelsorger (42)aus Indien verstärkt Seelsorgeteam im Pfarrverband 

Vorfreude auf Passion: Pater Binoy nach Oberammergau versetzt

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Er ist der Spezialist für die Englisch-sprechenden Besucher bei der Passion nächstes Jahr in Oberammergau.

Oberammergau – Zwei bairische Begriffe kennt er schon: „Grüaß Gott“ und „Pfiad di“! Ansonsten freilich ist die Ammertaler Mundart für Pater Binoy Parakkada noch ein böhmisches Dorf. Hochdeutsch kann der Inder indes schon ganz passabel und versteht auch viel. Gute Voraussetzungen für den 42-jährigen Geistlichen, der seit kurzem das Seelsorgeteam im Pfarrverband Oberammergau verstärkt. Dekan Pfarrer Thomas Gröner ist froh, dass ihm der sympathische Pater von der Erzdiözese zugeteilt wurde: „Gerade im nächsten Jahr bei den Passionsspielen sind wir voll eingespannt. Da mein Englisch nicht so gut ist, wird Binoy verstärkt unsere englischsprachigen Gäste betreuen und mit ihnen Gottesdienst feiern.“

Noch einer dürfte sich in Oberammergau über den „indischen Neuzugang“ freuen – Spielleiter Christian Stückl. Jedes Jahr reist der Regisseur mindestens einmal in das riesige Land in Südasien mit 1,4 Milliarden Einwohnern, um dort Freunde zu besuchen. Kennengelernt haben sich Stückl und Pater Binoy noch nicht, „aber das werden wir in Kürze nachholen“ (Gröner). Dann wird der Spielleiter auch über den Passion etwas erzählen müssen, denn der indische Geistliche hat bisher noch nichts über das Gelübdespiel gehört. Dass es aber im Dorf „schon sehr präsent“ ist, hat Parakkada bereits bemerkt.

Pater Binoy stammt aus dem indischen Bundesstaat Kerala, wo 35 Millionen Menschen leben. Seine Eltern und seinen jüngeren Bruder besucht der 42-Jährige so oft es geht, jedoch ist die Zeit begrenzt. Der Pater gehört den sogenannten Schönstatt-Patres, eine katholische Priestergemeinschaft, an. Sein Noviziat absolvierte er von 1998 bis 2001 in Deutschland. 2005 wurde er zum Diakon geweiht, später dann in Indien zum Priester. Von 2007 bis 2009 war Pater Binoy noch als Kaplan in Manchester tätig. Glücklich sei er, dass er nun in Oberammergau die Passionsspiele erleben dürfe, sagt Parakkada, „und das in einer so wunderschönen Landschaft“.

Bisher hat der indische Priester schon einige Gottesdienste in Ober- und Unterammergau gefeiert, und auch bereits drei Beerdigungen geleitet. Einen Unterschied zu seiner Heimat hat er ausgemacht: „Bei mir zuhause gehen viele Leute in Gottesdienste, hier sind es weniger.“ Man muss wissen: Kerala ist sehr vom katholischen Glauben geprägt. In Gesamt-Indien sind aber nur 2,5 Prozent der Bevölkerung Christen.

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