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Einzug in Jerusalem - eine der Massenszenen der Oberammergauer Passionsspiele, hier aus dem Jahr 2010

Experten sagen: Oberammergau muss sich keine Sorgen machen

Passionsspiele 2020: Brexit und Thomas-Cook-Pleite ohne Konsequenzen

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Alles im grünen Bereich: Turbulenzen in Großbritannien haben laut Experten-Meinung keine negativen Einflüsse auf die Oberammergauer Passionsspiele.

Oberammergau – Für mächtige Turbulenzen in der Reisebranche hat die Pleite des britischen Touristikkonzerns Thomas Cook gesorgt. Jener Reise-Pionier und Gründer des Unternehmens, der einst auch zu Oberammergau eine ganz besondere Beziehung entwickelte. Der Brite entdeckte nämlich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Oberammergau als Reiseziel, wodurch die ersten ausländischen Besucher in den oberbayerischen Ort kamen. So schrieb 1880 ein gewisser Ferdinand Groß: „Mir wurde englisch zumute: Söhne und Töchter Albions (Engländer), immer neue, als vermehrten sie sich unterwegs, eine Invasion von Frankfurt bis Murnau. Sie haben ein britisches Reisebüro, Tickets für Wagen, Wohnung, Verpflegung und Billets. Engländer würden selbst Tickets für den Jüngsten Tag lösen . . .“

„McCabe“ kommt mit 10 000 Besuchern

Welche Auswirkungen hat nun die Insolvenz von Thomas Cook aktuell auf die Passionsspiele 2020? Kommt es zu massenhaften Rückgaben von Arrangements? Droht ein finanzielles Desaster? Bange Fragen, die sich vor allem die Oberammergauer stellen dürften. Doch Werkleiter Walter Rutz und Gerhard Griebler, Vertriebspartner der Gemeinde, können Entwarnung geben. Rutz wörtlich: „Wir haben mit Thomas-Cook-Reisen keine Geschäfte getätigt, sie haben von uns keine Arrangements erhalten.“ Und Griebler: „Wir sind immer ganz eng in Kontakt mit den Märkten und vertrauen unseren Partnern im Vereinigten Königreich, mit denen wir bereits seit vielen Jahren zusammenarbeiten.“ Der größte ist „McCabe Travel“, der über 50 Prozent des britischen Marktes abdeckt und der bereits – nach Auskunft von Gerhard Griebler – 95 Prozent der Arrangements an seiner Kunden verkauft hat: „McCabe kommt 2020 mit über 10 000 Besuchern nach Oberammergau. Das sind viele kleine englische Kirchengemeinden.“

95 Prozent der Arrangements verkauft

Einen Fragenkatalog des Tagblatts hat nun das Reiseunternehmen bereitwillig beantwortet. Man arbeite seit der Passion 1990 mit der Gemeinde Oberammergau zusammen, schreibt McCabe Travel zurück, und bislang habe man mit den Menschen dort, mit den Organisatoren, den Hotels, Gästehäusern und Restaurants „sehr gute Erfahrungen“ gemacht. Der Partner in United Kingdom glaubt auch nicht, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) große Konsequenzen oder Nachteile für Oberammergau mit sich bringen wird: „Möglicherweise wäre der einzige kleine Nachteil, dass einige Reisende nicht planen werden, nach Oberammergau zu reisen, da der Wechselkurs die Preise zu teuer macht.“ Die meisten Reisenden, erklärt McCabe weiter, hätten ihre Buchungen bereits getätigt. Wörtlich schreibt das Reiseunternehmen: „Wir haben bereits mehr als 95 Prozent der gekauften Arrangements verkauft.“

Das Hauptklientel der britischen Passionsgäste sind die UK Kirchen, deren Kirchenvorstände mit Gruppen ihrer Kirchengemeinden kommen. Die Mehrheit von ihnen wird über 60 Jahre alt sein. McCabe Travel erwartet „nur wenige Stornierungen von Kunden, die sich unwohl fühlen, zu reisen“, mehr aber auch nicht: „Wir haben bereits die Kundenzahlungen für die Passionsspiele erhalten, somit sind unsere Zahlungen sicher.“ Diese Aussage bestätigt auch Gerhard Griebler: „Unsere Partner auf der Insel sind trotz bevorstehendem Brexit mit dem Verkauf der Arrangements durch.“

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