Polizeihubschrauber retten Schneeschuhwanderer aus Lebensgefahr

Flughafen/Oberammergau - Die Besatzungen zweier Polizeihubschrauber vom Münchner Flughafen haben am Montagabend gemeinsam mit der Bergwacht Oberammergau drei Schneeschuhwanderern das Leben gerettet.

Dramatische Stunden haben sich am Montagabend im Bereich der Notkarspitze hoch über Oberammergau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) abgespielt. Drei Schneeschuhwanderer aus dem Raum Regensburg hatten gegen 16.20 Uhr einen Großeinsatz ausgelöst, an dem neben Ehrenamtlichen der Bergwacht Oberammergau auch zwei Maschinen der Polizei-Hubschrauberstaffel am Flughafen München beteiligt waren.

Videobericht zum Thema

Manfred Sacher, Sprecher der Staffel auf dem Vorfeld des Terminals 2, berichtet, dass ein 42 Jahre alter Mann gemeinsam mit seinem 17-jährigen Sohn und einem Freund (35) mit Schneeschuhen von der bei Wanderern als sehr anspruchsvoll geltenden Notkarspitze über die Ettaler Mühle zu Tal steigen wollte. Zum Zeitpunkt des Notrufs hatte sich das Trio hoffnungslos verlaufen und die Orientierung verloren. Kurz vor 17 Uhr teilte es der Bergwacht mit: „Wir schaffen es nicht mehr.“ Die Einsatzkräfte gaben per Handy wichtige Ratschläge zum Überleben in der Kälte, nachdem sich die Witterung rapide verschlechtert hatte. Schließlich wurden die Hubschrauberstaffel um Unterstützung gebeten. Gefragt waren vor allem die Wärmebildkamera und die Rettungsmöglichkeit per Seilwinde.

Um 18.16 Uhr, so Sacher, hatte die Crew der ersten Maschine die Vermissten ausfindig gemacht. Eine aufwändige Nachtrettungsaktion wurde vorbereitet. Gegen 20 Uhr stiegen zwei Helikopter auf. Kurz zuvor hatten sich 13 Bergretter für den Fall zu Fuß aufgemacht, dass der Flugbetrieb wegen des Wetters hätte eingestellt werden müssen.

Doch es klappte: Ein Hubschrauber leuchtete mittels Infrarot-Scheinwerfer die Einsatzstelle aus, ein Beamter im zweiten Helikopter dirigierte die Maschine mit einer Restlichtverstärkerbrille an die Örtlichkeit. In 1500 Meter Höhe wurde ein Bergwachtler abgesetzt. Er machte die Ausgekühlten transportfertig. Kurz nach 20 Uhr wurden zunächst der Vater und dessen Sohn, anschließend der 35-Jährige ins Tal geflogen.

Bilanz des aufwändigen Einsatzes: Die Geretteten kamen mit dem Schrecken davon. Auch alle Einsatzkräfte überstanden die Aktion unversehrt, so Polizeisprecher Sacher. (ham)

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Kommentare