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Seit November 2015 gesperrt: der Pürschlingsteg, genannt Rialtobrücke, in Oberammergau.

Stillstand bei der maroden Ammer-Überquerung

Ratlos im Rathaus beim Problem Rialtobrücke

Die Mehrheit des Gemeinderats in Oberammergau will, dass die Rialtobrücke neu gebaut wird. Wird sie auch. Irgendwann. Momentan kommt man aber keinen Schritt vorwärts.

Oberammergau – „Wir treten ohnmächtig auf der Stelle“: Mit diesen Worten hat Michael Fux (Freie Wähler) passend beschrieben, was in Oberammergau in Sachen Rialtobrücke passiert. Nämlich nichts. Und guter Rat ist teuer. Deshalb hat Fux im Namen der Freien Wähler auch den Antrag zurückgenommen, der in der Sitzung am Mittwochabend behandelt wurde. Die Fraktion wollte Druck machen und bei ihrem Herzensprojekt Gas geben. Ihre Forderung: „Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, bis spätestens 28. Februar 2019 ein Konzept vorzulegen“: Abriss und Neubau der Rialtobrücke bis zur Premiere der Passion. Doch in der Sitzung wurde klar, dass eine Frist bis zum Ende des nächsten Monats derzeit nichts bringt. „Was soll man machen“, fasste es Florian Schwarzfischer (BIO) schulterzuckend zusammen.

Am Nachmittag hatte das Bauamt eine Stellungnahme zu dem Antrag der Freien Wähler verschickt, die Licht ins Dunkel brachte. Demnach wartet die Verwaltung auf Informationen darüber, ob das Fundament des Pürschlingstegs – so heißt die im Volksmund Rialtobrücke genannte Überquerung eigentlich – bestehen bleiben kann. „Das war die offene Frage. Gibt es da Erkenntnisse?“, wollte auch Schwarzfischer wissen. Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) konnte dazu nur sagen, dass noch keine Stellungnahme eingegangen ist. Das Bauamt sei dran, telefoniere immer wieder, frage x-mal nach. „Es wird aber nicht reagiert.“ Von keinem der kontaktierten Ingenieurbüros. Angesichts der verfahrenen Situation betonte auch Fux, dass „keiner dem Bauamt Schuld zuweise“. Zugleich ärgere es die Freien Wähler, dass nun schon seit Jahren der Bauzaun an der Rialtobrücke steht. Seit November 2015 ist die Ammerüberquerung gesperrt. Im Laufe der Zeit zeigte sich, dass eine Sanierung mit 250 000 Euro viel zu teuer kommen würde. Deshalb sprachen sich die meisten Gemeinderäte mit 13:6-Stimmen doch für den Abriss und Neubau – letzterer wurde stets auf 380 000 Euro beziffert – aus. Das war im Dezember 2017 gewesen.

Wie Nunn in der Sitzung jetzt einräumte, habe es wegen der Rialtobrücke eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn gegeben. Von wem diese initiiert wurde, blieb unklar. Er habe dem Landratsamt jedoch nachweisen können, dass andere Arbeiten „eine höhere Priorität“ bei der Verwaltung gehabt haben. Im September 2018 war der Pürschlingsteg ebenfalls Thema im Gemeinderat gewesen. Damals hieß es, dass das Bauamt die Ausschreibungsunterlagen an ein Ingenieurbüro vergeben wird. Ein Weg, auf dem man nun auch nicht weitergekommen ist. Karl-Heinz Götz (Freie Wähler) schlug erneut vor, mit dem Bauamt in Oberstdorf Kontakt aufzunehmen – wo es besonders viele Brücken und damit Erfahrungswerte gibt. Ein solcher Anruf koste nicht viel.

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