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Die leerstehenden Zimmer werden ab August zu betreuten Wohnungen umgebaut. 

Umbau ab August

Seniorenwohnen Oberammergau:  Pflegestation ist nach Murnau umgezogen

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Das Kapitel ist beendet. Im Seniorenwohnen Oberammergau gibt es keine Pflegestation mehr. Die letzten Bewohner sind umgezogen. 

Oberammergau – Aus und vorbei: Im Seniorenwohnen Oberammergau gehört die Pflegestation der Vergangenheit an. Vergangene Woche sind die letzten 13 Bewohner nach Murnau umgezogen. Nicht ganz so weit ging es für einen Mann. Er hat es sich ein Stockwerk tiefer im betreuten Wohnen gemütlich gemacht. Damit endet das Kapitel stationäre Pflege in dem Haus mit Hotelcharakter, das die Sozialservice-Gesellschaft (SSG) seit 1997 als Träger und Tochter des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) betreibt.

Der Schlussstrich in der Einrichtung war notwendig. Aus mehreren Gründen. Die Stationäre Pflege in dem Haus sei nicht mehr zukunftsfähig, sagte SSG-Geschäftsführer Christian Pietig im Mai. Das Gesundheitsamt hatte zum großflächigen Umbau aufgefordert. Sonst erlischt die Betriebserlaubnis. Doch die Voraussetzungen waren nicht gegeben. Hinzu kam das Problem, geeignete Fachkräfte zu finden.

Umzug im Einvernehmen

Jetzt machte der Träger Nägel mit Köpfen. Reibungslos ging alles über die Bühne. „Die Umzüge geschahen im Austausch und mit Einvernehmen von Bewohnern, Angehörigen und Behörden“, betont Ursula Nömeier von der SSG, die das Haus interimsmäßig leitet. In Murnau steht das Schwesterhaus direkt am Staffelsee. Es wird ebenfalls von der Sozialservice-Gesellschaft betrieben, die in Bayern 26 Seniorenwohnen leitet.

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Ihre Mitarbeiter organisierten den Standortwechsel. Sie begleiteten die Bewohner auch die ersten Tage in ihrem Domizil in Murnau. „Das ist wichtig“, verdeutlicht Nömeier. Denn vertraute Pflegekräfte erleichtern einen Start in neuer Umgebung.

Nachdem der Umzug gestemmt ist, geht das Projekt Umnutzung in die nächste Phase. In den kommenden drei Jahren will das BRK rund eine Million Euro investieren. Die nun leer stehenden Zimmer werden ab August zu betreuten Wohnungen umgebaut. Nömeier betont: „Die Versorgung und Pflege der dort lebenden Menschen ist gut organisiert.“ Auch würden Ruhezeiten während des Umbaus eingehalten, damit sich der Lärm in Grenzen halte und weiterhin Mittagsschlaf gehalten werden könne. Der im Haus angesiedelte, 18 Mitarbeiter umfassende ambulante Pflegedienst sorgt dafür, dass Senioren im Pflegefall in der eigenen Wohnung bleiben und dort bis zum Tod versorgt werden. Hilfe für Notfälle sei über einen Hausnotruf des BRK-Kreisverbands Garmisch-Partenkirchen sichergestellt.

Selbstständigkeit wichtig

Im neuen Konzept legt die SSG Wert darauf, die Selbstständigkeit und Individualität zu erhalten. Darum kümmern sich 17 Fachkräfte, die nach wie vor im betreuten Wohnen arbeiten. Zudem gibt es einen Rezeptionsdienst, der im Alltag hilft. Etwa beim Waschen von Gardinen oder beim Vereinbaren von Fußpflegeterminen. Ein breitgefächertes Veranstaltungsprogramm stellt überdies sicher, dass für unterschiedlichste Interessen Angebote existieren. Dazu zählen Yoga, Senioren-Gymnastik, Sturzprophylaxe und sogar Opernabende. All das, sagt Nömeier, „dient der Prävention und Erhaltung der körperlichen und geistigen Fitness und fördert soziale Kontakte“. 

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