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Bis zu einer halben Millionen Besucher werden zur Passion 2020 erwartet.

Eine Millionen Euro an Kosten

Sicherheitskonzept für Passion 2020 vorgestellt

Schleusen und versenkbare Poller: Oberammergau muss für die Passion 2020 aufrüsten. Das wird teuer.

Oberammergau – Jeder kennt die Bilder des Terrors.  14. Juli 2016, Promenade des Anglais, Nizza: 86 Tote, über 400 Verletzte; 19. Dezember 2016, Breitscheidplatz Berlin: Zwölf Tote, 55 Verletzte; 7. April 2017, Innenstadt Stockholm: Fünf Tote, 14 Verletzte. In allen Fällen steuerten Attentäter einen Lastwagen in eine Menschenmenge. Eine neue Form des internationalen Terrors. Auch der Passionsspielort Oberammergau muss sich mit diesen Gegebenheiten auseinander setzen. Seit Monaten laufen Vorarbeiten, Treffen, Gespräche und Absprachen für ein umfassendes Sicherheitskonzepts, wenn im nächsten Jahr eine halbe Million Menschen in das 5500-Seelen-Dorf strömen. Zuständig vor Ort ist Zweiter Bürgermeister Eugen Huber: „Wir kommen nicht umhin, unseren Besuchern den größtmöglichen Schutz zu bieten. Die Sicherheit ist inzwischen ein Riesenthema geworden.“ Rund eine Million Euro muss die Gemeinde in die Bereiche Sicherheit, Verkehr und Parken investieren, dazu sind auch diverse Baumaßnahmen notwendig.

Drei Sicherheitslagen werden unterschieden. „Die erste ist noch ganz entspannt“, versichert Huber. Hier kommt jeder Besucher und Mitwirkende unbehelligt durch die Schleusen, braucht dafür keine Eintrittskarte, keinen Ausweis. Sicherheitskräfte führen stichprobenartig Kontrollen durch. Rucksäcke und große Taschen müssen jedoch abgegeben werden, dafür werden Depots geschaffen. Stufe zwei bedeutet eine allgemeine Gefährdungslage in Bayern, hier benötigen Besucher und Akteure ein Ticket beziehungsweise einen Ausweise. „Ohne“ kommt niemand durch die fünf Schleusen. Sicherheitsstufe drei bedeutet eine akute Bedrohung, hier läuft alles nur noch über die Polizei. Eugen Huber ergänzt, dass entlang eines äußeren Sicherheitsrings um das Passionstheater auch Zäune aufgestellt werden. Natürliche Barrieren wie Gartenzäune und Häuserfronten verhindern darüber hinaus einen unkontrollierten Zugang.

Auch hinsichtlich des Verkehrs gibt es Einschränkungen. Ab Mai 2020 werden innerorts sieben versenkbare Sicherheitspoller aus Edelstahl installiert sein, an folgenden Stellen: Hotel Wolf, Steinbachergasse (Paradiso), Ludwig-Thoma-Straße, Dorfplatz Scocci – Heinzeller, Theaterstraße am Anwesen Führer, Zufahrt Passionswiese und Feldiglgasse Richtung Polizei. Besonders wichtige Info für Anwohner: Von Mai bis August sind diese Poller von 12.30 bis 23.30 Uhr hochgefahren. Anlieger dürfen in diesem Zeitraum zwar mit ihrem Auto ausfahren (Sperren sind mit Personal besetzt), jedoch nicht mehr hineinfahren. Dazu Eugen Huber: „Wir versuchen für Bürger, die hier wohnen und nicht mehr rein können, ausreichend Parkplätze vorzuhalten.“

Kritischen Meinungen zu diesem ganzen Aufwand, der hier getrieben wird, hält der Zweite Bürgermeister entgegen, „dass die Sicherheit oberste Priorität hat“. Die Vorgaben seien anfangs viel umfassender gewesen: „Durch intensives Verhandeln konnten wir erreichen, dass es für alle Beteiligten einigermaßen erträglich bleibt. Grundsätzlich soll der Besucher nicht viel merken.“

Voraussichtlich Mitte Juli wird nun das Sicherheitskonzept dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt. Die letzte Entscheidung hat die Politik vor Ort, nicht etwa das Landratsamt oder die Regierung, wie man meinen könnte. Aus München kam die Anweisung, dass bei Gemeinden von der Größe Oberammergaus die Genehmigung ausschließlich über die lokale Ebene laufe.

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