Auf dem TSV-Sportgelände ließe sich eventuell ein Plätzchen für den Skatepark finden. 
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Auf dem TSV-Sportgelände ließe sich eventuell ein Plätzchen für den Skatepark finden. 

Rathauschef will Szene „nicht einfach wegschieben“

Skatepark: Planungsbüro soll in Oberammergau bei Standortsuche helfen

Die Pläne für einen Skatepark in Oberammergau schreiten voran. Nun soll ein Planungsbüro Wege aufzeigen.

  • Die Gemeinde Oberammergau hält weiter Ausschau nach einem Standort für einen Skateplatz.
  • Nun soll ein Planungsbüro bei der Suche helfen.
  • Bürgermeister Andreas Rödl ist sicher, dass die Kommune einen Platz findet.

Oberammergau – Sicherlich, eine Nische hat man gefunden. Nicht sonderlich groß, nicht sonderlich komfortabel. Aber immerhin etwas. Ein wenig eingerichtet haben sich die Skater in Oberammergau an der Straße zum Wellenberg. Eine kleine Rampe, ein kurzer Flatrail, ein kompakter Curb, drum herum wenig Platz zum Ausrollen. Eine Heimat dürften die Skater damit jedoch nicht gefunden haben. Ein wenig traurig sieht das Plätzchen nahe dem Schwimmbad schon aus, die Geräte tragen deutliche Altersspuren und wirken wie beiläufig drapiert und etwas verloren. So brach wie dieser Ort zum Skaten erscheint, liegt das Thema Skatepark aber nicht, im Gegenteil. Derzeit suche man konkret nach einem Planer, sagt Bürgermeister Andreas Rödl (CSU). Man wolle mit einem Planungsbüro auf Standortsuche gehen. Einen Favoriten hat der Rathauschef aber bereits – und dieser überrascht wenig. Am TSV-Sportplatz sähe Rödl die Skater gerne, das ist schon länger bekannt. Nicht nur, weil es dort das ein oder andere geeignete Plätzchen gibt, sondern auch, weil man die Skater so nicht einfach an den stillen Ortsrand drängen würde. Denn Rödl möchte die Szene „nicht einfach wegschieben“.

Eigene Abteilung im TSV?

Auch könnten die Skater eventuell in einer eigenen Abteilung des TSV unterkommen, eine Überlegung, die schon eine Weile im Raum steht. Dann würden die Skater quasi in ein größeres Ganzes integriert werden, was auch versicherungstechnisch die Gemeinde entlasten könnte. Und die Skater müssten sich nicht, wie in den vergangenen Jahren, nachdem sie den Skaterplatz am Stufenparkplatz des Kolbenlifts verloren haben, Fleckerl suchen, an denen sie nicht unbedingt gerne gesehen oder besser gesagt gehört werden. Wenn Rödl auf den Sportverein blickt und daran denkt, dass sich die momentan recht lose Gruppe an Skatern organisieren könnte, so glaubt er, dass sich „Synergien ergeben könnten“.

Wie viel Platz es für einen Skaterpark braucht, lässt sich nicht so einfach sagen, auch wenn Rödl schon für Vergleichszwecke Anlagen in Ohlstadt und Garmisch-Partenkirchen im Auge hat. Und auch was die Kosten anbelangt, will Rödl noch keine Zahlen nennen. Nicht ohne Grund soll ein Planungsbüro prüfen, was für wie viel Geld möglich wäre und auch, wie es um Förderungen steht. Dass es wohl aber etwas kostspieliger wird, weiß der Bürgermeister. Schon allein die Asphaltfläche liegt in einem fünfstelligen Bereich. „Mindestens 30 000 Euro“, so Rödls Feststellung im vergangenen Frühjahr. Als er das erfuhr, musste auch er erst einmal schlucken. Aber ohne einen guten Grund, eine robuste und rollbare Basis, geht es nun einmal nicht, das weiß der Rathauschef genau, stand er doch früher selbst auf dem Board. Und: „Man braucht schon bissl Platz, zehn auf zehn Meter sind da mal schnell weg“, sagt er.

Ernüchternde Rundfahrt

Theoretisch könnte man sich natürlich auch auf einen vorhandenen geteerten Platz im Ort besinnen. Theoretisch. Denn in der Praxis sieht es damit mehr als mau aus. Im Sommer fuhr Rödl mit einer Gruppe von rund 20 Skatern „durchs ganze Dorf“. Damals wohl guter Dinge. Jedenfalls meint Rödl, dass auf Satellitenbilder schon ein paar graue Flächen auszumachen seien. Doch bei der Begehung beziehungsweise Befahrung zeigte sich, dass keine der geteerten gemeindlichen Flächen frei ist, sie „alle werden genutzt“, sagt Rödl. Im Ergebnis sei die Exkursion „ziemlich ernüchternd“ gewesen.

Dabei stellen die Skater eigentlich gar keine großen Ansprüche an den Platz, sie „wären schon zufrieden, wenn sie eine Heimat hätten“, sagt Rödl. Da müsse dann auch keine „Mordshalfpipe“ her. Der Bürgermeister könnte sich vorstellen, den Park, sofern eine Fläche feststeht, nach und nach auszubauen, zu bestücken, also „erst einmal modulmäßig“ zu gestalten. „Man muss ja nicht alles auf einmal machen“, sagt der Rathauschef. Er klingt optimistisch, wenn er an das Sportgelände denkt und meint: „Wir werden schon was finden“.

Antonia Reindl

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