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Gutes Team: Tabea-Geschäftsführerin Alice Wolf und Pflegedienstleiter Thomas Kerscher. 

45 Patienten im Ammertal werden versorgt

Klammheimlicher Umzug: Sozialstation Tabea verlässt Oberammergau

Fast unbemerkt ist sie gegangen: Die Sozialstation Tabea hat in Oberammergau keine Räume gefunden. Nun hat sie einen Sitz in Bad Kohlgrub.

Oberammergau/Bad Kohlgrub –Die Sozialstation Tabea ist für Oberammergau ab sofort Vergangenheit. Einfach verschwunden. Von vielen völlig unbemerkt, zogen die Mitglieder der Einrichtung jetzt nach Bad Kohlgrub um. Das allerdings nicht ganz freiwillig. Das Haus am Himmelreich 1, in dem die Station bisher untergebracht war, wurde verkauft. Selbst in der Oberammergauer Gemeindeverwaltung zeigte man sich überrascht. „Das ist das erste Mal, dass ich davon höre“, meinte Geschäftsleiter Christian Ostler auf Anfrage des Tagblatts und bedauerte gleichzeitig den Weggang der Sozialstation. „Wenn man mit uns in Kontakt getreten wäre, hätten wir mit Sicherheit versucht, zu helfen.“ Ob dieses Angebot allerdings mit Erfolg beschieden gewesen wäre, bleibt fraglich. „Wir haben selber Platzmangel an allen Ecken und Enden.“

So ähnlich sieht das auch Tabea-Geschäftsführerin Alice Wolf. „Gewerberäume zu finden, ist schwierig. Man kann nicht alles hernehmen.“ In Oberammergau hat es jedenfalls nicht geklappt. In Bad Kohlgrub ist die Sozialstation nun fündig geworden. An der St.-Martin-Straße 4 verfügt der Pflegedienst jetzt über 75 Quadratmeter an Flächen für Büro und Beratungsräume. „Ich freue mich, dass Sie in Bad Kohlgrub ein kleines Kind auf die Welt gebracht haben, und hoffe, dass es schnell und gut wachsen wird.“ Mit diesen Worten zeigte sich Bürgermeister Franz Degele (Freie Wählergemeinschaft) bei der Einweihung der Räume begeistert über das neue Unternehmen in seinem Ort. Viele ältere Mitbürger seien in jüngster Vergangenheit ins Dorf gekommen, die ohne Familie dort leben. So gebe es einen hohen Bedarf für Pflegedienste am Ort.

Alice Wolf hat den Verein Tabea 1987 in München gegründet. „Damals gab es noch keine solchen Einrichtungen“, erzählt sie. „Der Bedarf an ambulanter Pflege für alte und kranke Menschen ist jedoch seither weiter stetig angewachsen. Wenn sie zu Hause bleiben können, können sie noch selbst bestimmen.“ Dies bedeute mehr Lebensqualität. Menschen, die nach Erkrankungen oder im Alter nicht alleine zurechtkommen, erhalten durch Sozialdienste wie Tabea individuell abgestimmte Hilfe durch das mobile Pflegepersonal. Auch pflegende Angehörige werden beraten und unterstützt.

1997 eröffnete der Sozialdienst eine Station in Oberammergau, wie in München mit einer angegliederten Tagesstätte. Diese zog jetzt nicht mit nach Bad Kohlgrub. Ihr fehle dafür das Fachpersonal, gab Wolf bei der Eröffnungsfeier zu. Außerdem sei die Tagesbetreuung kaum noch genutzt worden.

Im Ammertal versorgt Tabea, mittlerweile umgewandelt in eine gemeinnützige GmbH, derzeit insgesamt 45 Patienten. Zehn ehrenamtliche und angestellte Fachleute sind im mobilen Einsatz oder bei der telefonischen und persönlichen Beratung vor Ort – unter ihnen Thomas Kerscher. Der Pflegedienstleiter ist, wie schon seit 16 Jahren in Oberammergau, jetzt auch von Bad Kohlgrub aus als Pfleger sowie in der Beratung und Organisation tätig. Die Mitarbeiter der Sozialstation sind montags bis freitags jeweils 9 bis 13 Uhr unter Telefon 0 88 45/7 57 62 90 erreichbar.

Juliane Klieser

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