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Ein alter Partykeller im Tiki-Stil – das Bühnenbild des diesjährigen Nockherberg-Singspiels, made by Oberammergau(ern).

Profis aus dem Ammertal waren am Werk

Starkbierfest am Nockherberg: Oberammergauer zimmern die Kulisse

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Sie sind ein eingespieltes Team. Handwerker aus Oberammergau waren für das Bühnenbild am Nockherberg verantwortlich. Unter der Regie von Carsten Lück, dem künftigen Pilatus bei den Passionsspielen. 

München/Oberammergau – Es gehört zu München wie das Oktoberfest, der Tanz der Marktweiber im Fasching oder das traditionelle Glockenspiel im Turm des Neuen Rathauses. Längst hat sich das Starkbierfest auf dem Nockherberg, verbunden mit dem Politiker-Derblecken, zu einem wahren TV-Event entwickelt. Die Live-Übertragung im Bayerischen Fernsehen am Dienstagabend bescherte dem Sender erneut eine Top-Quote: 2,72 Millionen Zuschauer, davon alleine 1,81 Millionen in Bayern, amüsierten sich beim Debüt von Fastenprediger Maximilian Schafroth und dem Singspiel „Das kleine Glück“ prächtig. Das BR-Fernsehen erreichte einen Marktanteil von 40,7 Prozent im Freistaat.

Zum Gelingen des Spektakels trugen einmal mehr – bereits zum siebten Mal übrigens – Handwerker aus dem Ammertal bei. Der Chef der Truppe, Carsten Lück aus Oberammergau, tauchte als „Bühnenmeister“ sogar im Abspann der Sendung auf. Der 49-Jährige, der übrigens bei den Passionsspielen 2020 in der Rolle des Pilatus zu sehen sein wird, hatte die Oberaufsicht für das Bühnenbild des Singspiels inne und war verantwortlich dafür, dass sämtliche Vorgaben der Versammlungsstättenverordnung eingehalten werden: „Da geht es um die Sicherheit von technischen Anlagen, um Rettungswege, Toilettenräume, Schutzvorrichtungen und so weiter.“ Lück kann sich dabei stets auf eine eingespielte Truppe von Kulissenbauern verlassen: „Das sind alles Profis, man kann ihnen zu 100 Prozent vertrauen. Sie verstehen ihr Handwerk.“

Nockherberg 2019: Fotos vom Starkbieranstich

Der Bühnenchef kennt die Jungs seit vielen Jahren, schließlich kommen alle aus Oberammergau: Die Kulissen für das Singspiel zimmerten Michael „Much“ Adam, Flori und Simon Bartl sowie Florian Speer nach den Plänen der Bühnenbildnerin Eva Maria Stiebler. Ebenfalls mit im Bühnenbau-Team – der Münchner Florian Schafarschik. Diese Truppe verfügt auch bereits über langjährige Filmerfahrung: Für diverse Filme des Regisseurs Marcus H. Rosenmüller, der auch einige Jahre die Inszenierung am Nockherberg inne hatte, bauten Adam & Co. die Kulissen. Mit von der Partie sind die Oberammergauer auch wieder beim neuesten Streifen Rosenmüllers („Trautmann“), der die Geschichte des Fußballtorwarts Bernd Trautmann nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt.

Die Salvatorprobe auf dem Nockherberg, die am Dienstag 580 geladene Gäste verfolgten, bewertet Carsten Lück als „etwas Besonderes, sehr Nettes, auch wenn es irgendwie Routine und unser G’schäft ist“. Man treffe hier halt immer auf reichlich Prominenz wie die ganze bayerische Ministerriege, Schauspieler, Künstler und Sportler. Der Job in der Paulaner-Halle als solches, die nach dem offiziellen Anstich wieder ein ganz normales Wirtshaus ist, sei keine große Herausforderung: „Vom Künstlerischen her machen wir viel bessere Sachen, die uns wesentlich mehr fordern.“

Und wie hat Lück die Fastenpredigt von Maximilian Schafroth am Dienstag erlebt und empfunden: „Ich war am Anfang schon ein wenig skeptisch, ob er dem ganzen tatsächlich gewachsen ist. Aber er war sehr gut, seine Rede hatte Pfiff und Geist. Und in der Halle war es sehr ruhig, das ist immer ein gutes Zeichen.“

Weitere Artikel zum Starkbier-Anstich am Nockherberg:

Nockherberg 2019: Wo war eigentlich die AfD?

Nockherberg-Singspiel: Duselbruder Markus Söder


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