An Tempo 20 müssen sich künftig in Oberammergau die Autofahrer gewöhnen.

Neue Verkehrsregelungen im Ortszentrum gelten ab Jahresbeginn

Fuß vom Gas: In Oberammergau kommt jetzt Tempo 20

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Schritttempo ist bald im Oberammergauer Ortszentrum gefragt. Ab 1. Januar 2020 müssen sich die Autofahrer umstellen.

Oberammergau – Ein neues „Verkehrs-Zeitalter“ bricht im kommenden Jahr im Ortszentrum von Oberammergau an: Als Ergebnis des Wettbewerbs zur Ortsneugestaltung und auf Empfehlung von Verkehrsexperten tritt ein Konzept für den Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Tempo 20 und einer einheitlichen „Rechts vor links“-Regelung in Kraft. Vor allem die heimischen Autofahrer und jene aus der direkten Umgebung werden sich umstellen müssen: Wenn jemand auf vermeintlich breiteren Straßen unterwegs ist, bedeutet dies nicht mehr automatisch, dass er vorfahrtsberechtigt ist. Häufig greift hier dann Rechts vor links – man muss dem Querverkehr Vorfahrt gewähren. Für ein neues Verkehrskonzept hatte sich der Gemeinderat im September dieses Jahres entschieden.

Bürgermeister Arno Nunn verspricht sich von der künftigen Regelung eine Verlangsamung des Verkehrs im Ortszentrum: „Durch die Tagestouristen sind bei uns im Dorf viele Fußgänger unterwegs. Die neue Regelung erhöht deren Sicherheit, und gegenseitige Rücksichtnahme tut uns in jedem Fall gut.“ Sachbearbeiter Thomas Pfefferle von der Gemeinde ergänzt, „dass eine 20 km/h-Zone die Reduzierung des Lärms im Straßenverkehr wesentlich fördert und zu einer Abnahme des reinen Durchgangsverkehrs beiträgt.“

Mit der Umstellung zur einheitlichen Vorfahrtsregelung im Ortszentrum auf „Rechts vor links“, so argumentiert die Verwaltung, „gehören die missverständlichen Vorfahrtsregelungen der Vergangenheit an“. Die neue Zonenregelung vermindere die negativen Begleiterscheinungen des Verkehrsaufkommens und erhöhe gleichzeitig die Aufenthaltsqualität im Ortszentrum.

Letzteres glaubt man bei der Gemeinde auch durch die Neugestaltung des Ortszentrums erreicht zu haben. Bürgermeister Nunn hat den Eindruck, dass Besucher von auswärts und Urlaubsgäste die neue Optik mit den gepflasterten Flächen am Sternplatz und den angrenzenden Seitenstraßen „als gelungen ansehen und positiv bewerten“. Vor allem die Barrierefreiheit und die Lenkung zu einem fairen Nebeneinander von Autos, Radfahrern und Fußgängern rechtfertige die Investition von rund drei Millionen Euro. Immerhin 770 000 Euro an Zuschuss gab es von der Städtebauförderung. Von den Einheimischen hat Arno Nunn noch nicht so viele Rückmeldungen zur Neugestaltung der Ortsmitte erhalten: „Es gibt sicher auch kritische Stimmen, aber im Großen und Ganzen, glaube ich, sind die Bürger schon zufrieden.“

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