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Sind stolz auf das Erreichte: (v.l.) Georg und Elisabeth Höldrich, Susanne Pongratz sowie Verena Schwarz und Manfred Schmidbauer.

Jubiläumsstück kommt 2018

Theaterfreunde Oberammergau feiern Zehnjähriges

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Dinner-Krimi, Komödien, Dramen: Die Theaterfreunde Oberammergau trauen sich an jeden Stoff heran. Seit zehn Jahren bereichern sie das kulturelle Leben im Ort – als nächstes mit einem Jubiläumsstück.

Oberammergau– Georg Höldrich kramt ein Skript hervor, blättert drin herum. „Vier linke Hände“ steht als Titel drauf. Ein Stück, konzipiert für zwei Personen, ein Dialogmonstrum für die Darsteller. Höldrich selbst besetzte die eine, Verena Schwarz die andere Rolle. 68 Seiten Text musste der Oberammergauer auswendig lernen. Er beherrschte jeden Satz. Mit Ausnahme bei der Premiere: Blackout. Höldrich hatte einen Texthänger, verstand die Souffleuse nicht, verfiel in Schockstarre und verstummte auf der Bühne. Das Publikum sprang ein, klatschte und verschaffte ihm die Chance, sich ein Stichwort geben zu lassen und die Szene zu wiederholen.

„Das war heftig“, erzählt er. Heute, zehn Jahre später, kann Höldrich über den Aussetzer lachen. Seine Schauspiel-Partnerin Schwarz ebenfalls. Sowas passiert halt – sogar den Profis.

Die Panne bei der ersten Inszenierung der Theaterfreunde Oberammergau gehört zum persönlichen Drehbuch der Gruppe. Eines, das nur im Kopf existiert. Eines, das sich seit der Gründung am 30. November 2007 mit vielen schönen Erinnerungen und Anekdoten immer weiter füllt. Stoff, der nie in Vergessenheit gerät.

Mit „Vier linke Hände“ nahm alles seinen Anfang. Ungeplant. „Es sollte das erste und das letzte Stück sein“, sagt Schwarz. Eine handvoll Laiendarsteller, die in der Spielergemeinschaft aktiv waren, wollten mit dem auswärtigen Regisseur Jürgen Reiners zusammenarbeiten und wagten diesen für Oberammergau ungewöhnlichen Schritt. Bei der Ausnahme blieb es nicht. Mit Steve Simpson aus Garmisch-Partenkirchen „ist uns der nächste Regisseur vor die Füße gefallen“. Bühne frei für die „Komödie im Dunkeln“.

Philosophie: Kein „mia san mia“

Großes Kino am Kolben: „Das Nest“ wurde zum anlässlich des Kriegsendes vor 70 Jahren aufgeführt.

Mittlerweile beinhaltet die Theaterfreunde-Vita 18 Stücke, darunter vier Kinder- und ein Jugendtheater, fünf Dinner-Krimis und die zwei großen Inszenierungen „Tannöd“ und „Das Nest“, das anlässlich des 70-jährigen Kriegsendes als Freilichtinszenierung am Kolben aufgeführt wurde. Mit diesen Dramen „haben wir uns freigeschwommen“, sagt Höldrich.

Die Theaterfreunde nehmen inzwischen einen festen Platz in der Kulturlandschaft des Ortes ein. Dabei wurden sie in ihrer Startphase manchmal belächelt. Ein paar Laien-Darsteller, die sich finanziell selbst über Wasser halten – kann das funktionieren? Die Frage beantwortete sich mit der Zeit von selbst: Es kann. Die Gruppe gewann treue Zuschauer, die gerade für die beliebten Krimi-Dinner bis aus Bad Tölz anreisen.

Selbst die Zahl der Mitwirkenden wuchs stetig an. Ortsgrenzen spielen dabei keine Rolle. Das ist die Theaterfreunde-Philosophie. „Bei uns gibt’s kein ,mia san mia‘“, betont Schwarz. „Da legen wir wert drauf.“ So stand zum Beispiel eine Frau aus Peiting beim „Nest“ auf der Bühne, die ein Dinner-Krimi besucht hatte und sich für das Ensemble interessierte. „Wir sind offen für jeden.“

Ohne Kinder eingerechnet, engagierten sich in den vergangenen zehn Jahren rund 130 Theaterbegeisterte – ob als Schauspieler oder als Helfer. Sie alle sind am Freitag, 1. Dezember, zu einem Fest im evangelischen Pfarrsaal eingeladen. Dort steht natürlich ein Rückblick auf dem Programm – in Form einer Diapräsentation.

Das Jubiläumsstück folgt im kommenden Jahr. „Das Kleine Theater war schon besetzt“, sagt Manfred Schmidbauer. Also feiern die Theaterfreunde am 2. April 2018 mit einem Klassiker, der Boulevard-Komödie „Außer Kontrolle“, Premiere – wie vor zehn Jahren mit Regisseur Jürgen Reiners. Ob mit oder ohne Texthänger – die Theaterfreunde Oberammergau schreiben ihr eigenes Buch weiter.

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