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Zahlen machen glücklich: Ammergauer-Alpen-Chef Florian Hoffrohne mit seinen beiden Stellvertretenden Geschäftsführerinnen Anni Hutter (l.) und Nicole Richter.

Tourismuszahlen 2017 bringen ein zweistelliges Plus bei den Gäste-Ankünften

Ammergauer Alpen erleben einen Boom

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Eine Super-Bilanz von 2017 legte jetzt die Ammergauer Alpen GmbH vor. Und die dicken Kracher kommen erst: Landesausstellung und Passion.

Oberammergau – Dichter Flockenwirbel, mal wieder ein Winter, der seinen Namen auch verdient. Frostig sind die Temperaturen. Erwärmendes kann in dieser Konstellation der Geschäftsführer der Ammergauer Alpen GmbH, Florian Hoffrohne, verkünden – und da dürfte das Blut jedes Touristikers in Wallung geraten: Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Das Tourismusjahr 2017 in der Region – es war richtig, richtig gut, ja „schon fast sensationell“ laut Hoffrohne. 845 813 Übernachtungen, was einem Anstieg von 5,64 Prozent gegenüber 2016 entspricht, dazu 243 137 Ankünfte (plus 13,86 Prozent), weist die aktuelle Bilanz aus.

Geht man weiter zurück, bis ins Jahr 2012, so wird der Aufschwung noch viel deutlicher: Hier zählte man 791 071 Übernachtungen und 174 414 Ankünfte. Und die Perspektiven zwischen Ettal und Bad Bayersoien könnten rosiger kaum sein: Heuer werden viele Besucher zur Bayerischen Landesausstellung in Ettal strömen, und 2020 ist Passion. Auf zwei Hauptfaktoren führt Florian Hoffrohne die guten Zahlen zurück – auf die „unsichere Lage“ in etlichen klassischen Urlaubsländern (Türkei, Ägypten), und auf eigene Anstrengungen: „Wir ernten die Früchte dafür, was in den vergangenen Jahren in den Ammergauer Alpen angestoßen wurde. Dazu zählen natürlich auch die heimischen Gastgeber, die den Qualitätsstandard deutlich gehoben haben. Wir haben heute eine Reihe von Ferienwohnungen im Fünf-Sterne-Bereich.“ Ein weiterer Baustein, die Region touristisch nach vorne zu bringen, sei die Ernennung zum Naturpark gewesen: „Das ist eine einmalige Chance für uns, dadurch heben wir uns ab. Schließlich sind wir jetzt der einzige Naturpark des gesamten Alpenkamms.“

Ettal und Saulgrub mit Bestwerten

Höchst erfreuliche Momente lieferte die Tourismusbilanz 2017 auch für einzelne Gemeinden im Ammertal: Überragend ist Ettal mit 28 Prozent Plus bei den Ankünften und gut 18 Prozent bei den Übernachtungen, ebenso Saulgrub (+33,3 / +13,3 %). Nach der Kur-Krise gibt es endlich einen Silberstreif am Horizont für Bad Kohlgrub (+ 16,3 % / + 3,8 %), während Bad Bayersoien ein leichtes Minus zu verzeichnen hatte (– 4,7 % / – 1,8 %). Richtig gute Zahlen verbuchte Oberammergau im vergangenen Jahr mit einem Plus von 9,5 und 4,9 Prozent. Das Gros der ausländischen Gäste kam bei den Übernachtungen aus den BeNeLux-Staaten (16 Prozent), vor den USA (9), Italien und Schweiz (jeweils 7). National liegt Bayern (24 Prozent) vor NRW (15) und Baden-Württemberg (13). Nur ein Prozent waren Thüringer, Sachsen, Hamburger und Saarländer.

In den sieben Orten der Ammergauer Alpen stellen aktuell rund 550 Gastgeber etwa 6500 Betten zur Verfügung, wobei die Tendenz, dass ältere Privatvermieter aufhören, nach wie vor anhält. „Das wird sicher noch zehn Jahre andauern“, glaubt Nicole Richter, Stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismusverbands. Ihre Kollegin Anni Hutter ergänzt: „Es fangen auf der anderen Seite aber auch Junge wieder mit dem Vermieten an.“

Die sozialen Netzwerke spielen inzwischen auch im Tourismus eine wichtige Rolle. Die Ammergauer Alpen haben momentan 19 000 Follower (Anhänger) – „und zwar echte, keine gekauften“, wie Florian Hoffrohne anfügt. Die Betreuung sei aber mit einem gewissen personellen Aufwand verbunden: „Der User erwartet, dass er, wenn er eine Frage stellt, zeitnah eine Antwort bekommt.“ Unter ihnen sind auch viele Stammgäste, die besonders bei schönen Landschaftsaufnahmen ins Schwärmen geraten: Mit solchen „Appetithappen“ soll der nächste Urlaub schmackhaft gemacht werden.

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