Ludwig Utschneider kämpft für mehr Klimaschutz.
+
Ludwig Utschneider kämpft für mehr Klimaschutz.

Antrag am Montag Thema im Gemeinderat

PWG will Passion 2022 wissenschaftlich begleiten lassen

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
    schließen

Die Parteilose Wählergemeinschaft (PWG) will in Oberammergau die Passion wissenschaftlich begleiten lassen. Es geht um den Klimaschutz.

  • Die Parteilose Wählergemeinschaft (PWG) will in Oberammergau die Passion wissenschaftlich begleiten lassen.
  • Im Fokus steht dabei der Klimaschutz.
  • Das Thema wird am Montagabend im Gemeinderat besprochen.

Oberammergau – Mit dem Klimaschutz ist es wie mit dem Verkehr. Die einen geben Vollgas, die anderen tuckern eher gemütlich dahin. Geht’s nach Ludwig Utschneider, würde er sich mit Oberammergau am liebsten auf der Überholspur befinden. Doch stattdessen sagt er und drückt’s plakativ aus: „Wir bewegen uns zwischen einer Spielstraße und Tempo 20.“ Erst im März hatte die Parteilose Wählergemeinschaft (PWG), der er angehört, zumindest erreicht, dass der Bau- und Energieausschuss Konzepte erarbeitet, die auf die Verbesserung des Klimaschutzes zielen. Trotzdem zeigt er sich noch nicht sonderlich begeistert, wie das Thema im Ort an Fahrt aufnimmt. Nämlich zu gemächlich für seinen Geschmack und den seiner Fraktionskollegen. Jetzt unternehmen sie wieder einen Anlauf – diesmal mit Blick auf die Passion 2022. Die Großveranstaltung soll aus Sicht des Klimaschutzes wissenschaftlich begleitet werden, um Erkenntnisse für das Gelübdespiel 2030 zu erlangen. Der Antrag kommt am heutigen Montag im Gemeinderat aufs Tapet.

Noch mehr auf die Bahn setzen

Der Wunsch wäre, dass das Gremium den Bürgermeister beziehungsweise den Eigenbetrieb Kultur beauftragt, Prüfungen zu veranlassen. Untersucht werden soll, in welchen Bereichen es möglich wäre, die übernächste Passion klimafreundlicher abzuwickeln. Ob beim Energieverbrauch oder der Mobilität. Eine Hausnummer, sagt Utschneider, ist die An- und Abreise der Gäste. Zum Beispiel solle man noch mehr auf die Bahn setzen. „Da wäre viel gewonnen“, meint der Fraktionsvorsitzende. Das kann aber Oberammergau alleine nicht entscheiden, Bund und Land müssen ins Boot. Bei den Shuttlebussen vom Oberauer Bahnhof – oder wie er diesen nennt: Oberammergau Süd – könnte sich der Ortspolitiker vorstellen, auf klimafreundliche Fahrzeuge umzusatteln. Wurde in der Vergangenheit schon vorgeschlagen, aber nicht verfolgt.

Klärung bis 31. Juli

Die PWG ist leiderprobt, was Abfuhren anbelangt. Der Fraktionschef meint dazu: „Wenn unsere Vorschläge nicht gewichtig genug sind, dann müssen wir uns von Fachleuten beraten lassen.“ Deshalb soll Rathauschef Andreas Rödl (CSU) oder der Eigenbetrieb bis spätestens 31. Juli klären, welche Institutionen für eine solche Prüfung in Frage kommen. Und zudem in Erfahrung bringen, ob die Gemeinde Fördermittel abgreifen kann sowie mit welchen Kosten sie rechnen muss.

Passion 2010 touristisch untersucht

Schon die letzten Passionsspiele 2010 waren unter die Lupe genommen worden. Allerdings nur aus touristischer Sicht und nicht unter den Gesichtspunkten des Klimaschutzes. Für die PWG wäre das aber an der Zeit. Durch die Verschiebung, die die Fraktion freilich wie alle bedauert, ergibt sich nun aber die Chance dazu. Jetzt, gut ein Jahr vor der Premiere, „sind wir rechtzeitig dran, um einen Partner zu finden“, macht Utschneider deutlich. Bei den zuletzt behandelten Anträgen warf man der PWG vor, zu spät mit den Anliegen um die Ecke gebogen zu sein.

Weitere Anträge folgen

Utschneider jedenfalls wüsste nicht, was gegen eine wissenschaftliche Begleitung sprechen sollte. Die Passion sei für ihn die Leitveranstaltung Oberammergaus, gerade bei ihr sollte man positive Akzente setzen. Zum Beispiel den CO2-Abdruck zu reduzieren, in dem man „Dinge geschickt wiederverwendet“. Egal, wie der Gemeinderat am Montag entscheidet. Für die Parteilosen steht jetzt schon fest. „Wir werden nicht nachlassen.“ Weitere Anträge folgen.

Die Sitzung

des Oberammergauer Gemeinderats beginnt am Montag, 12. April, um 19 Uhr im Ammergauer Haus (Saal). Neben dem Klimaschutz-Antrag wird auch ein weiteres Anliegen der PWG behandelt. Es geht darum, dass die Kommune die Kosten für den „Germany Travel Mart“ in den Griff bekommen soll, ehe der Vertrag geschlossen wird.

Auch interessant: Katholisches Siedlungswerk plant kostengünstige Wohnungen 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare