Hotel als Kurzfilm-Kulisse

Verliebt in die Friedenshöhe

Oberammergau  - Wo Thomas Mann einst schlief, wird jetzt ein Kurzfilm gedreht: Im Oberammergauer Hotel Friedenshöhe. Eine Ode an romantische Zeiten ...

Alte vergilbte Fotos an der Wand, abgewetztes Mobilar, knarzende Treppen, überall Kartons und Kisten. Das Ende ist eingeläutet. Nach 110 Jahren ist das Hotel Friedenshöhe in Oberammergau Geschichte. Dort wo einst Thomas Mann, Henry Kissinger, Nelson Rockefeller ihren Aufenthalt genossen haben. Der neue Besitzer, eine Immobilienagentur vom Ammersee, will Teile des Anwesens abreißen und eine noble Wohnresidenz für gut betuchtes Klientel errichten.

Nun jedoch blüht der Charme vergangener Tage mit Traumausblick auf den Kofel noch einmal auf: Die Friedenshöhe wird zur Filmkulisse. Diese Idee hat sich die Autorin und Regisseurin Josephine Ehlert in den Kopf gesetzt.

Im Internet sah Peter Schmid, dem das Hotel zusammen mit seinem Vater Erich gehörte, im Sommer 2014 ein Interview mit der Schauspielerin, die seit fünf Jahren in München lebt. Kurzerhand lud er sie nach Oberammergau ein, ein paar Tage in seinem Hotel zu verbringen. Ehlert reiste just an dem Termin an, als die Schmids den Verkauf notariell besiegelten. „Ich hab’ mich sofort in diesen wunderbaren Ort, in diese alte Villa, die zauberhafte Landschaft und die Menschen hier verliebt“, sagt die 31-Jährige. Alsbald reifte der Gedanke, dieses Ambiente in einen Film zu packen und so ein Stück der alten Friedenshöhe, "der Nachwelt zu erhalten“. Inspiriert vom Thema Abschied und Verlust schrieb Ehlert ein Drehbuch – eine Geschichte über die Liebe und die Schwierigkeit, sich entscheiden zu müssen.

Weil ihr die finanziellen Mittel für diesen Kurzfilm von 15 Minuten fehlten, startete die Autorin im Internet eine sogenannte „Crowdfunding“-Kampagne. User spenden Geld für eine Aktion, die sie anspricht. 3700 Euro kamen zusammen. Für Ehlert genug, um mit der Produktion zu starten. Gleichzeitig hat sie auch noch beim Bayerischen Filmförderbund Fördergelder beantragt. Alles in allem rechnet die Berlinerin mit 10 000 Euro Kosten.

Seit gestern ist das Filmteam vor Ort. „Ich will den Kurzfilm auf Festivals bringen, und auch an der Bayerischen Rundfunk habe ich eine Anfrage gestellt. Man hat mir Interesse signalisiert“, sagt Ehlert.

hut

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