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Vor zehn Jahren fand die erste Volksprobe im Passionstheater statt. Entsprechend dick eingepackt sind hier die Mitwirkenden.

Aufsehenerregender Artikel in der „New York Times“

Passionsspiele Oberammergau: Es geht los mit den Volksproben

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Noch spielen die Kommunalwahlen „die erste Geige“, doch hinter den Kulissen ist die Passion in Oberammergau schon allgegenwärtig.

Oberammergau– Es unterstreicht einmal mehr eindrucksvoll, welche Bedeutung die Oberammergauer Passionsspiele in den USA haben. Reporter und Korrespondenten der „New York Times“ haben vor kurzem eine Bestenliste von „Places to Go“ mit den 52 sehenswertesten Reisezielen der Welt erstellt. Aus Deutschland sind nur zwei Orte dabei: Leipzig und – was für eine Ehre – Oberammergau! Hintergrund sind natürlich die Passionsspiele. Hervorgehoben wird von den Zeitungsmachern vor allem „der Ansatz einer modernen Inszenierung der Passion Christi“. Für erwähnenswert hält es die „New York Times“auch, dass die Besucher der Aufführung mit dem Zug zu später Stunde noch nach München kommen . . . Als „eine tolle Sache und riesige Werbung für uns“ bewertet Passions-Pressesprecher Frederik Mayet die Nennung in der „NYT“, die mit ihrer Wochenendausgabe eine Million Leser erreicht.

„Heil Dir“ und „Sch‘ma Israel“

Vor diesem Hintergrund steht nun ein weiterer wichtiger Termin der Passion an: Am kommenden Samstag, 18. Januar (16 Uhr/Ammergauer Haus), beginnen unter Leitung von Christian Stückl und Markus Zwink die Volksproben. In den zwei Massenszenen „Einzug in Jerusalem“ (16 Uhr) und „Gang nach Jerusalem“ (17 Uhr) werden vom Volk die zwei Lieder „Heil Dir“ und das israelische „Sch’ma Israel“ gesungen. Es handelt sich hier um reine Gesangsproben.

Vor allem das „Heil Dir“ hat für die Oberammergauer eine ganz besondere Bedeutung – es ist quasi ihre Hymne. 1815 geschrieben und komponiert von Rochus Dedler (1779-1822). Das Lied, das bei der Passion das Volk Israel beim Einzug Jesu in Jerusalem singt, beginnt mit den Worten „Heil Dir, Heil Dir, o Davids Sohn. Der Väter Thron gebühret Dir! Der in des Höchsten Namen kömmt, dem Israel entgegen strömt – Dich preisen wir, Dich preisen wir ...“ Schon die Kinder lernen dieses Lied sehr früh.

Während es jetzt also mit den Volksproben losgeht, laufen die Vorbereitungen auf anderen Ebenen bereits auf vollen Touren: Ob Hauptdarsteller, Chor, Solisten oder Orchester – täglich wird geprobt. „Die freien Abendtermine kann man zählen“, stellt Frederik Mayet fest. Drei Stunden dauern für den Jesus-Darsteller und andere Hauptakteure die täglichen Leseproben im Schnitt. „Das muss eben sein“, so Mayet.

Rund 2200 Mitwirkende sind in das Passionsspiel ab Mai mit eingebunden. Die Zahl der Erwachsenen (gemeldet hatten 2018 rund 1850 Berechtigte) hat sich leicht verringert: Einige sind inzwischen verstorben, andere können aus beruflichen und anderen Gründen nun ihr Mitwirkungsrecht doch nicht ausüben.

Alle Informationen

zu den Proben erhalten Mitwirkende der Passionsspiele an den gemeindlichen Aushängen oder über die Homepage der Gemeinde www.gemeinde-oberammergau.de/Passionsspiele.

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