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Kolben in Oberammergau: Der Aufstieg vom Sorgenkind zum Kultberg

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Von: Josef Hornsteiner

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Anziehungspunkt: Die Kolbensattelhütte lockt im Sommer wie im Winter Bergfreunde und Familien an.
Anziehungspunkt: Die Kolbensattelhütte lockt im Sommer wie im Winter Bergfreunde und Familien an. © Kolben GmbH/Webcam

Bikepark, Abenteuerspielplatz, Bogenschießanlage, Alpine Coaster: Der Kolben hat sich zu einer Top-Attraktion entwickelt. Vor zehn Jahren fing alles an.

Oberammergau – Es ist eine Erfolgsgeschichte. Eine, die vor ziemlich genau zehn Jahren ihren Lauf nahm. Mit Ehrgeiz, Verhandlungsgeschick und einem festen Glauben an die Sache ist das Areal am Kolbensattel zu einem Ausflugsziel von überregionaler Bekanntheit geworden – aufgrund des Engagements einer Handvoll Einheimischer.

Bereits 2010 begannen die ersten Gerüchte durch den Ort zu geistern. Eine heimische Interessensgemeinschaft sei gut im Rennen, den Zuschlag für Lifte, Berghütte und Schneekanonen zu bekommen. Im November 2011 erfolgte schließlich der Besitzerwechsel. Die Gemeinde Oberammergau veräußerte die „Kaufmasse“ an eine private GmbH unter Geschäftsführer und Altbürgermeister Klement Fend mitsamt einer Gruppe von Ober- und Unterammergauern sowie dem Kloster Ettal. Beteiligt sind seither zu gleichen Anteilen zudem Unterammergaus Altbürgermeister Michael Gansler, Konrad Gerold senior, Markus Gerold, Josef Köpf, Ernst Maderspacher junior, Hannelore Maderspacher und Anton Mangold.

Freizeitangebot in geballter Form

Sie erwarben den Doppelsessellift am Kolben samt Kolbensattelhütte. Ein gewagter Akt, denn bisher hatte die veraltete, unattraktive Anlage meist nur rote Zahlen geschrieben. Ein Klotz am Bein der Kommune. Doch die Gesellschafter erkannten das große Potenzial. Von Beginn an investierten sie fleißig. „Es war immer unser Plan, dass wir am Kolben ein breites touristisches Angebot hauptsächlich für Familien schaffen“, sagt Fend. Das ist ihnen gelungen. Ein Freizeitangebot in derart geballter Form sucht man weitum vergebens. Heute, zehn Jahre später, ist der Kolben zu einem hochfrequentierten, beliebten Kultberg gewachsen.

Bei der Einweihung 2013 testet Anton Speer, damals Vize-Landrat, den Coaster.
Bei der Einweihung 2013 testet Anton Speer, damals Vize-Landrat, den Coaster. © Sehr

Als Erstes renovierten und bauten die Gesellschafter die Kolbensattelhütte um. Über 110 Sitzplätze in zwei Räumen bietet sie seither. Die größte Attraktion entstand eineinhalb Jahre nach der Übernahme. Mit der Ganzjahresrodelbahn Alpine Coaster haben Fend und seine Mitstreiter ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Die 2600 Meter lange Bahn mit Magnet-Bremse fügt sich in die Landschaft ein und lockt tausende Besucher jährlich auf den Kolben. 2016 steckten die Gesellschafter Geld in einen Bikepark. Ein kleiner Schlepplift fährt Mountainbiker nach oben. Zahlreiche Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Holzrampen nutzen hunderte Radfahrer aus ganz Europa. Im selben Jahr realisierten die Verantwortlichen einen Kletterwald an der Bergstation. 2018 ist dieser allerdings durch einen Sturm in Teilen zerstört worden. Hier möchte Fend eine neue Attraktion verwirklichen, sobald die versicherungstechnischen Fragen geklärt sind.

Freikarte für Schüler

Stillstand ist für Fend ein Fremdwort. Die GmbH investiert deshalb auch weiterhin fleißig in das Kolben-Gebiet. Für ihr zehnjähriges Bestehen haben sich die Verantwortlichen zudem etwas überlegt. Das Jubiläum nehmen sie gerne zum Anlass, allen Schülern der Grund- und Mittelschulen in Ober- und Unterammergau auf Weihnachten eine Freikarte für eine Fahrt mit dem Alpine Coaster zu schenken. „Da es im Frühsommer 2022 hoffentlich wieder möglich sein wird, mehr Kontakte zu pflegen und mit Schulfreunden oder Familie etwas zu unternehmen, bietet sich eine Wanderung zum Alpine Coaster ja geradezu an“, sagt Fend. Bewegung an der frischen Luft in der heimatlichen Natur sei während der Pandemie zu kurz gekommen. Das sollen sie jetzt mit Spaß und Freude nachholen.

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