Weichen gestellt für Einführung einer Offenen Ganztagesschule

Oberammergau - Den veränderten gesellschaftlichen Strukturen trägt die Gemeinde Oberammergau Rechnung und plant für das Schuljahr 2010/11 eine Offene Ganztagesschule ab der fünften Klasse.

Der Rektor der Grund- und Hauptschule am Ort, Werner Sappa, hatte den Antrag gestellt und hierzu auch ein detailliertes Konzept vorgelegt. Das überzeugte die Gemeinderäte offenbar, denn der Beschluss fiel am Ende einstimmig aus.

Nach Bad Kohlgrub, wo die Kommunalpolitik bereits vor kurzem Grünes Licht dafür gab, könnte nun also auch in Oberammergau den dortigen Eltern das Angebot unterbreitet werden, ihre Kinder ab dem Schuljahr 2010/2011 ganztägig betreuen zu lassen. Das Konzept, in dem das Rote Kreuz als Kooperationspartner auftritt, ist vorerst nur für Hauptschüler vorgesehen. Inwieweit die neue Regelung in die erweiterte Mittagsbetreuung für Grundschüler in Oberammergau eingreift, muss jetzt noch in einem Gespräch zwischen der Volksschule, dem Marie-Mattfeld-Haus und der Gemeinde geklärt werden.

Die nächsten Schritte zur Realisierung einer Offenen Ganztagesschule sieht Rektor Sappa in einer Information der Eltern (vorgesehen am 29. April), dem Einholen der Teilnahmeerklärungen und schließlich in der Beantragung der Genehmigung durch die Gemeinde.

Dass solch’ eine Einrichtung inzwischen notwendig ist, davon ist der Schulleiter angesichts der veränderten familiären Strukturen überzeugt: „Heute müssen oft beide Elternteile arbeiten, um über die Runden zu kommen. Da sind die Kinder dann nachmittags allein zuhause. In einer Ganztagesschule werden sie hingegen bis zum späten Nachmittag betreut.“

Zwei große Pluspunkte hat dieses Modell: Es gibt einen beträchtlichen Staatszuschuss (21 500 Euro) und bis auf die Kosten für das Essen werden die Eltern nicht weiter zur Kasse gebeten.

Der Rektor ist zuversichtlich, „dass wir aus der Hauptschule genügend Anmeldungen bekommen“. Mindestens 14 Schüler sind pro Gruppe notwendig. Bei einer Stundenzahl von zwölf pro Schüler muss man insgesamt auf 168 Stunden kommen.

Arnd Hansen, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes, sieht in der Unterstützung als Kooperationspartner ein Dienstleistungsangebot des Roten Kreuzes: „Schließlich sind wir mit Oberammergau ja auch schon seit 2005 in Sachen Schulsozialarbeiter verbandelt. Da ist es nur konsequent, diesen Weg weiterzu gehen.“ Bürgermeister Arno Nunn sieht in der Ganztagesschule „die Chance, unsere Schüler hier halten zu können und von einer Abwanderung abzuhalten“. Zudem werde das Profil der Schule gestärkt.

Schulleiter Sappa fügte seinen Ausführungen noch ergänzend hinzu, dass man über genügend Räumlichkeiten für die nachmittägliche Betreuung verfüge, und auch die Lehrerschaft voll dahinterstehe.

Ludwig Hutter

Das Landkreiswetter

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