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Quo vadis, defizitäres Schwimmbad? Die politischen Entscheidungen zum Wellenberg wandeln sich derzeit im Wochentakt. 

Es gibt doch keine neuen Duschen

Wellenberg Oberammergau: Kalte Dusche für die Kunden

Dreimal haben politische Gremien in Oberammergau beschlossen, die defekte Wasserversorgung im Schwimmbad zu erneuern. Moderne Duschen inklusive. Jetzt ist das Thema vom Tisch. „Freuen“ dürfen sich die Kunden nur noch auf höhere Preise.

Oberammergau – Dem Gemeinderat in Oberammergau wird vieles nachgesagt. Streitlustig zu sein. Zum Beispiel. Oder sich in endlosen Diskussionen zu verlieren. Stimmt beides. Am Mittwochabend hat das Gremium aber auch seinen Ruf bestätigt, mitunter völlig unberechenbar zu sein. Entgegen aller Vorzeichen haben die Lokalpolitiker beschlossen, zum jetzigen Zeitpunkt nur das Nötigste in das defizitäre Schwimmbad zu investieren. Und das, obwohl die Trinkwasserversorgung des Wellenbergs defekt ist und man im Zuge der Reparatur-Arbeiten auch die Duschen erneuern wollte. Dreimal wurde diese „große Lösung“ von der Politik beschlossen. Jetzt folgte die Kehrtwende. Das Nachsehen haben die Kunden, deren Vorfreude auf einen modernen Nassbereich zu früh war. Trotzdem werden sie künftig kräftiger zur Kasse gebeten.

Wie berichtet, war in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vergangene Woche beschlossen worden, das Preissystem des Wellenbergs – das vielfältige Rabattkombinationen beinhaltet – zu überarbeiten. Das Gremium sprach sich zudem mit 7:2, also deutlicher Mehrheit, für umfassende Reparaturen aus. „Die bestehende Trinkwasserinstallation entspricht wegen eines Defekts an den Spüleinheiten und dem zentralen Steuergerät nicht mehr der Trinkwasserverordnung. Aufgrund von Stagnationen und fehlender thermischer Desinfektion kann es zu einer Ausbreitung von Legionellen im Trinkwassernetz kommen“ – hatte die Verwaltung zuvor erklärt.

Obwohl Betriebsleiter Ludwig Sechser betonte, dass es wegen des Defekts keine Probleme gibt, griff der Ausschuss den Vorschlag von Andreas Rödl (CSU) auf, eine Sonder-Wasseruntersuchung zu veranlassen. Nach langer Diskussion stand an diesem Abend fest, dass 245 000 Euro investiert werden sollen.

„Seitdem hat sich substanziell nichts geändert“, betonte Markus Zunterer (Engagierte Bürger) mit Blick auf die deutliche Mehrheit. Er wisse also nicht, warum er sich jetzt anders entscheiden sollte. Ein Großteil der Lokalpolitiker wollte der Ausschuss-Empfehlung aber nicht folgen. Angesichts eines fehlenden Gesamtkonzepts sprach sich Wolfgang Proksch (Mit Augenmaß) für die kleine Lösung für maximal 40 000 Euro aus. Bei dieser werden lediglich die Dusch-Armaturen ausgetauscht. „Mit dieser Variante wäre das Legionellen-Problem auch beseitigt“, hieß es von Seiten der Verwaltung. Zugleich betonte man, dass das beauftragte Ingenieurbüro Schwegler von dieser Lösung abrät: Das System sei technisch sehr anfällig sowie in Anschaffung und Unterhalt sehr kostenintensiv. Argumente eines Experten, die Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) in der Sitzung wegwischte. Weil ihm bei dieser fachlichen Betrachtung die wirtschaftliche Komponente fehle.

Diese Worte brachten Florian Schwarzfischer (BIO) auf die Palme. Er verstehe nicht, warum man nur „rumdoktort“ und auf ein System setzt, bei dem man „in einem halben Jahr mit dem ersten Ausfall rechnen kann“. Michael Fux (Freie Wähler) betonte, dass man bei der Trinkwasserversorgung doch in „das Herzstück des Bads“ investiere. Und das langfristig.

Diese Einschätzung teilte nur die Minderheit (der Beschluss fiel mit 9:11-Stimmen). Annette Wagner von der Frauenliste, die sich im Ausschuss noch für die große Lösung ausgesprochen hatte, änderte sogar ihre Meinung. „Da wurde ein gewisser Druck aufgebaut in der Sitzung“, meinte sie ohne weitere Erklärung mit Blick auf vergangene Woche.

Warum die Technik zum jetzigen Zeitpunkt nicht von Grund auf erneuert werden soll, blieb in der Argumentation der Gegner der großen Lösung offen. Mehrfach wurde betont, dass die Befürchtung bestehe, dass neue Fliesen vielleicht später nicht mehr passen könnten – sollte das Bad tatsächlich für 7,2 Millionen Euro nach dem Pohl-Konzept modernisiert werden. Ob das jemals passiert, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber völlig unklar.

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