+

Anwohner bekommen Ausweise

Wellenberg und Laberbahn: Parkautomaten geplant

  • schließen

Besucher müssen zahlen: Die Gemeinde Oberammergau verlangt künftig Parkgebühren an Wellenberg und Laberbahn. Die Sätze werden aber als moderat angesehen. 

Oberammergau – Geschäftsleiter Christian Ostler baut schon mal vor: „Wir wollen hier als Gemeinde nicht als geldgierig dastehen. Es geht einfach darum, die Kosten für den Unterhalt, für Schneeräumung, splitten, mähen, kehren und so weiter zu neutralisieren und damit den Haushalt zu entlasten.“ Was bereits vor knapp sieben Jahren Thema im Werkausschuss war, griff der Haupt- und Finanzausschuss des Oberammergauer Gemeinderates in seiner Sitzung am Montag wieder auf – und kam dabei auch zu einer einstimmigen Entscheidung: An den Parkflächen am Wellenberg sowie an der Talstation der Laber-Bergbahn wird in Kürze eine Parkraumbewirtschaftung mittels sechs Parkautomaten eingeführt. Dabei dürfen die Sätze als sehr moderat angesehen werden: Vier Stunden kosten einen Euro, die Tageskarte zwei Euro und die Saisonkarte 20 Euro. Wanderer sind von dieser Regelung ebenso betroffen wie Badegäste des Wellenbergs, für sie gibt es keine Befreiung. Anwohner in diesem Gebiet, vor allem in St. Gregor-Siedlung, dürfen weiterhin kostenfrei parken und erhalten einen entsprechenden Parkausweis.

Über Monate hinweg hatte Thomas Pfefferle, Verkehrssachberarbeiter der Gemeinde, akribisch und mit hohem Aufwand das Thema bearbeitet und versucht, durch regelmäßige Zählungen von geparkten Fahrzeugen so gut wie möglich belastbare Zahlen zu erhalten. Dabei kam der Mitarbeiter auf jährlich 30 000 geparkte Autos an der Laberbahn, 40 000 beim Wellenberg und 15 000, die Wanderern zuzuordnen waren – insgesamt also 85 000 Fahrzeuge.

Eine Schrankenlösung zur Parküberwachung des großen Wellenberg-Parkplatzes wurde sehr schnell ad acta gelegt – zu teuer (90 000 Euro) und zu aufwändig. Für Bürgermeister Arno Nunn „zu kompliziert, alles rund zu bekommen“. So fokussierte sich die einzig mögliche Option auf Parkautomaten. Das Gute daran: Die Gemeinde hat noch sechs Automaten auf Lager, demnach fielen keine neuen Kosten an.

Zweiter Bürgermeister Eugen Huber brach trotz möglicher negativer Reaktionen (schlechtes Image, Verdrängung der Parker in die Wohngebiete) eine Lanze für die Einführung von Parkgebühren: „Ein kleiner Obolus fürs Parken ist doch mittlerweile überall normal. In Garmisch-Partenkirchen wird alles bewirtschaftet und auch kontrolliert.“ Dem schloss sich Maria Hochenleitner an: „Nur die Leute in St. Gregor, weil sie weit vom Dorfzentrum entfernt und auf ein Auto angewiesen sind, sollen hier einen sehr günstigen Satz bekommen.“

Breiten Raum in der Diskussion des Ausschusses nahmen Meinungen ein, ob und wie Schwimmbadbesucher bei den Parkgebühren entlastet werden sollten. Wellenberg-Betriebsleiter Alexander Richter argumentierte, dass sein Personal an der Kasse Rückzahlungen der Parkgebühr an besucherintensiven Tagen unmöglich stemmen könne: „Das wird uferlos.“ Ein neues Kassensystem deswegen einzuführen, hält Geschäftsleiter Ostler für nicht opportun: „Wenn, dann brauchen wir hier ein Gesamtkonzept.“ Christiane Knöpfle schlug schließlich vor, nur eine geringe Gebühr zu verlangen, den Wanderer wie den Badegast mit einzubeziehen und keine Rückerstattung zu gewähren. Bürgermeister Arno Nunn plädierte dafür, das Ganze möglichst klar und einfach zu handhaben. Auf dieses Vorgehen einigten sich schließlich alle neun Ausschussmitglieder, und beschlossen, an Wellenberg und Laberbahn-Talstation die Parkraumbewirtschaftung einzurichten.

In der Praxis sieht die Situation nach den Worten von Christian Ostler so aus, dass die Kontrolle durch die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) weitgehend kostendeckend arbeitet – die Gemeinde bezahlt die Überwachung, erhält im Gegenzug die Geldbußen. Dafür verdient die Kommune durch Parkgebühren. Bei 85 000 Fahrzeugen rechnet Geschäftsleiter Ostler mit 100 000 Euro. Doch mit dem Geld soll künftig – wie eingangs erwähnt – der Unterhalt der Parkflächen bestritten werden. Schließlich habe die Gemeinde hier auch die Verkehrssicherungspflicht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ski-Film mit Felix Neureuther feiert Welt-Premiere
Speed, Schwünge, Sprünge, Hochs und Tiefs, Frust und Erleichterung: Der Dreh für den Film war eine Herausforderung. Eine, die das Team von „Legs of Steel“ gerne auf sich …
Ski-Film mit Felix Neureuther feiert Welt-Premiere
Fress-Maschine im Einsatz
Die Anfahrt ist die größte Herausforderung. Am Montag, 23. Oktober, rückt ein Tieflader aus Niederbayern an. DasVehikel transportiert einen Bagger samt Bohrer, der im …
Fress-Maschine im Einsatz
Hackschnitzel-Heizwerk: Ziel ist die „schwarze Null“
Im Fernwärmebereich sind die Murnauer Gemeindewerke nach wie vor in den roten Zahlen. Das soll sich ändern, wenn der Kemmelpark komplett bebaut ist. Die dortige …
Hackschnitzel-Heizwerk: Ziel ist die „schwarze Null“
Straftäter auf B2 festgenommen
Erfolgreiche Kontrolle der Bundespolizei: Die Beamten erwischten einen Mann, gegen den zwei Haftbefehle vorlagen. 
Straftäter auf B2 festgenommen

Kommentare