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Hat schon mal besser ausgesehen: eine der großen Holzfiguren auf dem Spielplatz.

Verletzungsgefahr für Kinder

Wieder Kritik am Oberammergauer Spielplatz

Für viel Geld und mit jeder Menge Bürger-Engagement ist im Alten Kurgarten ein besonderer Spielplatz entstanden. Dessen Pflege von Seiten der Gemeinde Oberammergau stand einmal mehr in der Kritik.

Oberammergau – Eigentlich hat ein Kinderspielplatz nur eine Funktion: Er soll Freude bereiten. Genau das Gegenteil ist in Oberammergau der Fall – zumindest für die Verantwortlichen in der Verwaltung. Der Zustand der Anlage im Alten Kurgarten ist nun wieder im Gemeinderat diskutiert worden, deutliche Kritik inklusive. Doch diese wurde nicht von allen politischen Seiten geteilt.

Frederik Mayet, selbst Vater und Vertreter der Liste mit Augenmaß, konnte die Grundkritik zum Beispiel nicht nachvollziehen. „Der Zustand ist ausgezeichnet“, sagte er über den Spielplatz. „Ich verstehe überhaupt nicht, dass man darauf herumreitet.“ Karl-Heinz Götz hatte die Verhältnisse im Bauausschuss Ende Juni als „verheerend“ bezeichnet. Und das berechtigterweise, wie sein Fraktionskollege Ludwig Utschneider nun im Rat unterstrich. In manchen Figuren haben es faustgroße Löcher gegeben, Kinder, die herumturnen, hätten sich mit Spreißeln verletzen können.

Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) räumte in der Sitzung ein, dass auf dem Spielplatz – der 2012 für 70.000 Euro gebaut wurde – zuletzt nicht alles einwandfrei war. Die großen, angesprochenen Holzfiguren seien einst von Schnitzschülern angefertigt worden. Diese sollten sich – inzwischen selbstständig tätig – um den Erhalt kümmern. „Der Auftrag war schon vergeben, wurde aber nicht ausgeführt“, erklärte Nunn. Dies sei von Seiten der Gemeinde auch nicht gleich kontrolliert worden.

Nun mussten die Mitarbeiter des Bauhofs aktiv werden. „Sie haben die Figuren großflächig verspachtelt.“ Die Herausforderung besteht Nunn zufolge darin, dass das Holz sehr leicht bricht, und auch nur mit einer Bio-Lasur behandelt worden war. „Entsprechend verwittert sind die Figuren.“ Dass sich diese in keinem guten Zustand befinden, sieht auch Nunn. Das auf den gesamten Spielplatz zu übertragen, dafür hat der Bürgermeister kein Verständnis. Täglich schaue dort nach wie vor der Hausmeister der Schule nach dem Rechten, vierteljährlich gibt es eine Kontrolle durch die Gemeinde. Einmal in zwölf Monaten folgt zudem eine Prüfung vom Verband für Sportstättensicherheit.

Nunn fand es von Seiten der Freien Wähler nicht gut, auf die Probleme gleich öffentlich hinzuweisen. Darauf entgegnete Utschneider, er habe schon vor einiger Zeit in einer Fraktionsführersitzung auf den Zustand aufmerksam gemacht.

Grundlegend stellte Nunn in der Sitzung klar: „Der Spielplatz hat einen hohen Wartungsaufwand. „Wir haben auf Natur gesetzt, und nicht auf Plastik oder Stahl.“

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