Ein orangefarbenes Haus ist von außen zu sehen mit der Aufschrift: Freiwillige Feuerwehr Oberammergau.
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Wie geht’s weiter mit dem Standort der Feuerwehr Oberammergau? Diese Frage gilt es noch zu klären.

Fachbüro erstellt Bedarfsplan

Damit die Feuerwehr Oberammergau richtig helfen kann: „Mit mehreren Millionen Euro“ an Investitionen zu rechnen

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Was braucht die Feuerwehr Oberammergau, um ihre Aufgaben optimal zu erfüllen? Diese Frage beantwortet bald ein genauer Bedarfsplan. Klar ist: Es gibt Handlungsbedarf.

Oberammergau – 24 Stunden, sieben Tage die Woche ist sie zur Stelle. Bei Bränden, Hochwasser, Unfällen und vielen weiteren Notlagen. Die Freiwillige Feuerwehr Oberammergau hilft, wo Hilfe benötigt wird. Doch das funktioniert nur, wenn im Hintergrund alles seine Ordnung hat. Wenn genügend Personal vorhanden ist und die technische Ausrüstung aktuellen Standards entspricht.

Die Gemeinde steht in der Pflicht. Sie muss dafür sorgen, dass die Kameraden ihre Aufgaben erfüllen können. Um herauszufinden, was die Wehr dafür benötigt, soll nun ein Bedarfsplan erstellt werden. Zum ersten Mal in einem derart vollumfassenden Format. Die Entscheidung traf der Gemeinderat ohne Murren.

Feuerwehr Oberammergau: Mit erheblichen Investitionen ist zu rechnen

Die Kommune ist nicht die erste, die sich mit dem Thema konfrontiert sieht. In Murnau zum Beispiel liegt ein solches Konzept bereits vor. Es zeigt auf, wie man von der Ist- zur Soll-Situation kommt. Die Gemeinde Oberammergau ließ sich beraten, sprach mit den Kommandanten. Die Meinung fiel eindeutig aus, wie Vize-Bürgermeister Eugen Huber (Augenmaß) berichtete: Es wird dringend empfohlen, einen solchen Plan aufzustellen. Zumal Handlungsbedarf besteht.

Der Schuh drückt. Aller Voraussicht nach stehen erhebliche Investitionen in den aktuellen oder alternativ in einen neuen Standort der Feuerwehr an. Um genaue Kosten zu nennen, ist es noch zu früh. Doch Huber sprach von „mehreren Millionen Euro“. Ein gewaltiger Batzen Geld für einen Ort mit klammer Kasse. Nicht ohne Grund klang das Thema zuletzt bei Beratungen zum Haushalt oder Wellenberg an. „Es ist wichtig“, betonte Huber, „dass wir in dieser Periode einsteigen, damit wir zumindest ein Stück weiter kommen.“

Externes Ingenieurbüro soll Bedarfsplan erstellen - in Zusammenarbeit mit Projektgruppe

Aufgrund des Ausmaßes schlug die Rathaus-Verwaltung vor, ein externes Ingenieurbüro zu beauftragen. Ergänzend dazu soll es eine zuarbeitende Projektgruppe geben, die aus Vertretern der Wehr, dem Kreisbrandrat, der Verwaltung sowie aus Mitgliedern des Gemeinderats – je ein Mandatsträger pro Fraktion – besteht. „Wir brauchen eine Plattform, um uns abzustimmen“, sagte Huber. Die Politik einzubinden, ist nötig. Schließlich stellt der Plan die Willenserklärung des Gemeinderats zur Entwicklung der Feuerwehr in den kommenden fünf Jahren dar. Heißt auch: Er dient als Entscheidungsgrundlage für künftige Investitionen im Rahmen der Haushaltsplanung und im Falle Oberammergaus ebenso als Basis für die Standortanalyse und Dimensionierung des Gerätehauses.

Barbara Cunradi-Rutz (Bunte Liste) hakte nach, warum die Kommune ein Büro – die Ingenieurleistungen für den Plan und die Standortanalyse schlagen mit voraussichtlich 12 000 bis 15 000 Euro zu Buche – einschalten möchte. Sofort feuerte der Vize-Bürgermeister sein Hauptargument ab: der Investitionssumme wegen. „Es führt kein Weg dran vorbei“, betonte er. „Ein externes Büro bringt objektive Ergebnisse.“ Ohne dessen fundiertes Gutachten sei es schwierig, über so viel Geld zu beschließen. Dem schloss sich Ludwig Utschneider (PWG) an. „Es schadet nicht“, urteilte er, „wenn jemand von außen einen Blick drauf wirft.“

Neubau des Feuerwehrhauses könnte ein Thema werden

Eine andere Frage warf Monika Kasseckert-Müksch (CSU) in den Saal des Ammergauer Hauses. Sie wollte wissen, wie stark sich die Kommune an das das Konzept halten muss. Am konkreten Beispiel: „Was passiert, wenn rauskommt, dass das Feuerwehr-Haus nicht mehr geht?“ Auch dafür hatte Huber, der an dem Abend Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) vertrat, eine Antwort parat: Grundsätzlich sei die Gemeinde an den Plan gebunden. Aber: „Keiner kann uns zwingen, nächstes Jahr ein neues Haus zu bauen.“ Es kommt drauf an, was der Ort finanziell leisten kann.

Die Entscheidung für den Plan war der erste Schritt. Jetzt geht’s darum, ein Büro zu finden, mit den Fachleuten in Kontakt zu treten und einen Vertrag abzuschließen. Das soll ohne Ausschreibung im Vorfeld geschehen, sagte Rathausgeschäftsführer Christian Ostler. „Wir wollen nicht wahllos anrufen.“ Die Verwaltung hat schon einen Favoriten im Blick. Und der wird Oberammergau lange zur Seite stehen. Die Planung, stellte Ostler klar, „wird uns diese Periode begleiten“.

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