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Der Wolf – Freund oder Feind?

Tier weicht den Menschen in der Regel aus

Wolf – oder nur ein großer Hund?

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Im Bereich Hörnle/Aufacker hat ein Jäger Spuren im Schnee gesichtet, die auf einen Wolf hindeuten. Um welches Tier es sich tatsächlich handelt, müssen aber erst die Untersuchungen der Urinprobe zeigen.

Oberammergau – Es ist für die Experten keine große Überraschung. „Es gibt immer mal wieder Sichtungen eines Wolfs“, sagt ein Sprecher des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU). 2006 zum Beispiel wurde bei Starnberg ein junger, durchwandernder Rüde überfahren. Jetzt streift möglicherweise ein Artgenosse durch die Region. Ein Jäger hat am Montag verdächtige Spuren im Bereich Hörnle/Aufacker entdeckt. Weil diese Tiere auf der Suche nach einem Territorium weite Strecken zurücklegen, könnte dieser Beutegreifer aber mittlerweile schon wieder über alle Berge sein.

Wenn es denn ein Wolf ist. Um dies zu bestätigen, müssen die Probenergebnisse vorliegen. Denn wie es von Seiten des LfU heißt, sei es selbst für Experten schwierig, die Spuren anhand des sogenannten geschnürten Trabs, bei dem ein Tritt hinter den anderen gesetzt wird, eindeutig zuzuweisen. „Es gibt auch Hunde, die das machen“, sagt der Sprecher. Selbst optisch besitzen Wölfe eine ähnliche Statur wie ein großer Schäferhund.

Falls es doch ein Wolf ist, der sich in der Region herumtreibt – keine Panik. Obwohl sich das Tier durch seine Anpassungsfähigkeit auch in von Menschen geprägten Gebieten leben kann, ist es von Natur aus vorsichtig und weicht dem Menschen aus. Deshalb agiert der Vierbeiner vorwiegend in der Dämmerung und nachts. Nach Angaben des LfU kann es passieren, dass er, wie auch Rehe oder Füchse, in der Dunkelheit an Dörfern entlang läuft oder den Weg durch uneingezäunte Gärten abkürzt.

Die Begegnung mit einem Wolf muss man nicht zwingend als eine Gefahr einstufen. Er ergreift zwar nicht immer gleich die Flucht, oft zieht sich das Tier aber langsam zurück. Genau so sollte sich auch der Mensch verhalten. Trotz des Schreckmoments rät das LfU dazu, nicht wegzurennen. Falls der Wolf sich nähert, sei es sinnvoll, laut zu sprechen und zu gestikulieren. Wer einen Hund dabei hat, sollte diesen unbedingt anleinen.

Grundsätzlich ernährt sich ein Wolf von Wildtieren oder von Schafen und Ziegen, er bevorzugt kranke oder schwache Tiere, die leicht zu erbeuten sind. Bisher wurde in der Region noch kein gerissenes Opfer entdeckt. Vielleicht, weil er kein Futter gefunden hat. Vielleicht, weil der Wolf nur auf kurzer Durchreise war. Oder vielleicht, weil es gar kein Wolf ist. Bis man Klarheit hat, darf weiter spekuliert werden.

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