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Wird aus dem Programm entnommen: die Umgestaltung des Naturbeckens im Wellenberg.

BIO-Vertreter stimmen dagegen

Oberammergau setzt auf Städtebauförderung

Oberammergau - Dafür ist Oberammergau bekannt: lange und intensive Debatten im Gemeinderat. Das bestätigte sich auch wieder beim Thema Ortsentwicklung. 

Die wichtigste Aussage traf Bürgermeister Arno Nunn kurz vor Ende der Debatte: „Wir haben die finanziellen Mittel dafür, als Investitionsspanne stehen sieben Millionen Euro zur Verfügung.“ Nur über den Weg, wie Maßnahmen zur Neugestaltung der Ortsmitte angegangen werden sollen, gab es am Montagabend im Oberammergauer Gemeinderat – mal wieder – eine intensive, ja schier endlose Diskussion. Schließlich kam doch noch nach zwei Stunden ein Beschluss zustande: Mit 17:2-Stimmen (dagegen votierten Maria Hochenleitner und Florian Schwarzfischer von der Liste BIO) gab das Gremium Grünes Licht für die „Bedarfsmitteilung 2016“ von Maßnahmen in der Gemeinde im Rahmen der Städtebauförderung. Weiter kamen die Räte überein, dass die Umgestaltung des Naturbeckens im Wellenberg aus dem Programm entnommen (Gegenstimme Nunn) und das Wettbewerbsgebiet auf Vorschlag von Karl-Heinz Götz (Freie Wähler) bis zum Platz an der katholischen Kirche ausgedehnt wird.

Bereits mehrfach gab es in der Vergangenheit Sitzungen und Treffen zur Städtebauförderung, auch mit Vertretern der Regierung, zuletzt am 16. Dezember 2015. Ein Vorschlag war, für die Ortsmitte einen städtebaulichen Wettbewerb zu veranstalten, „um eine tragfähige und zukunftsfähige Lösung zu finden“. Mit dem bisherigen Verlauf und der Rolle der Regierung in dieser Angelegenheit zeigten sich diverse Gemeinderäte nicht gerade zufrieden. Auch Arno Nunn: „Ich bin auch nicht glücklich, wie es bisher gelaufen ist, ich hatte mir von dem Programm wesentlich mehr erhofft. Das ist ärgerlich und nervig.“ Trotz bisheriger zeitlicher Verzögerungen räumte der Rathauschef ein, „dass ein Wettbewerb der richtige Weg für uns ist.“

Negative Stimmen bleiben nicht aus

Katharina Floßmann (Frauenliste) leuchtet es nicht ein, „dass hier ein Riesenaufwand betrieben wird, und dann zum Beispiel der Pürschlingsteg mal in der Förderung ist und dann wieder rausgenommen wird“. Für Markus Köpf (CSU) ist das Prozedere der Regierung gar „mehr als grenzwertig“, wenn die Gemeinde sich hier nicht auf Aussagen verlassen könne. Er sieht aber den Gemeinderat in der Pflicht: „Die klaren Vorgaben müssen schon wir liefern.“ Ein drastisches Bild – „Die Regierung führt uns hier wie der Ochs im Ring umeinander“ – gebrauchte Florian Schwarzfischer: Der BIO-Mann sprach sich klar und explizit „für einen eigenen Weg“ aus: „Wir müssen Maßnahmen selbst umsetzen, in kleinen Schritten. Die 60 Prozent Zuschuss, die wir bei der Städtebauförderung kriegen, sind zwar verlockend, aber mir ist viel lieber, wir machen was Eigenes, und uns wird kein Einheitskonzept drübergestülpt.“ Bernd Sedlmaier vom Bauamt hielt dagegen: „Wir sind Bauherr, und die Gemeinde bestimmt, was gemacht wird.“ Als mögliches Projekt wird die Neuordnung des Platzes vor dem Passionstheater ins Auge gefasst. Ludwig Utschneider (Freie Wähler) empfahl, nur wenige Projekte (Rathaussituation, Sternplatz) in den Fokus zunehmen und mit diesen rasch zu beginnen, „damit wir 2018 zur Landesausstellung fertig sind“. Anton Preisinger (Mit Augenmaß) stellte fest, dass es ausschließlich eine politische Entscheidung sei, „ob wir den Wettbewerb wollen oder nicht.“

Als grobe Richtung plant die Gemeinde erst mal Investitionen in Höhe von zirka 1,2 Millionen Euro, die Wettbewerbskosten werden auf 140 000 Euro geschätzt.

Ludwig Hutter

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